Dienstag, 29. Juli 2014

Gibt es eigentlich auch Männer, die unter einem weiblichen Pseudonym Gaybooks schreiben?

Durch eine Diskussion bei Facebook bin ich auf einen Artikel bei der Huffington Post über eine amerikanische Autorin aufmerksam geworden, die durch miese Freunde im engsten Kreis als Gayautorin in einem sehr konservativen Umfeld geoutet worden ist (fies!). Ehrlich gesagt finde ich das Verhalten des Pfarrers sehr befremdlich, wird aber wohl in konservativen Gemeinden auch heute noch vorkommen, dort, wo der Mann noch als Oberhaupt der Familie gilt und dann die Frau zur Räson bringen soll. Aber nicht feministisch möchte ich mich heute äußern.

Meine oben gestellte Frage mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, aber erklärt sich aus meiner Beobachtung, dass die schwulen Verlage wie Bruno Gmünder, Himmelstürmer, Männerschwarm und Querverlag (habe ich einen vergessen?) auch einen schwul-kämpferischen Hintergrund haben. Sie wurden in einer Zeit gegründet, als es für schwule Verleger noch nicht so leicht war, Banken, Druckereien und Werbepartner von ihrem Konzept zu überzeugen, ihnen wurden Vorurteile und Hürden in den Weg geräumt. Vielleicht gab es sogar Angriffe wie eingeschlagene Fensterscheiben von Läden und Farbbeutelattacken, was weiß ich.

Männergeführte schwule Verlage verstehen sich auch als Sachwalter der Dokumentation schwuler Lebensart, als Publizisten für die ernste, bedeutende schwule Literatur. Wenn jetzt also ein schwuler Mann aus diesem Umfeld mit einem reinen Unterhaltungsroman, einer schnuckeligen Gayromance ankommt, um sich auch die weibliche Leserschaft zu erschließen, wird er vielleicht befürchten, von seinen Kollegen und Freunden aus der Mitte schwuler Gemeinden nicht für ganz voll genommen zu werden.

Was tut er dann? Sich ein weibliches Pseudonym zulegen und heimlich an seinem üblichen Verlag vorbei selbst E-Books bei Amazon veröffentlichen? Mit den romantisch veranlagten Verlagen "fremdgehen"? Ich weiß es nicht, habe kein Beispiel im Sinn, aber diese Frage kam mir. Was meint ihr dazu?

Montag, 28. Juli 2014

Ein Interview mit M. S. Kelts


Die Autorin des Überraschungserfolgs Loving Silver, M. S. Kelts, beantwortete unsere Interviewfragen.

Liebe M. S.!

1.) Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich habe vor Jahren ein Buch von Anne Rice gelesen, in dem sie meinem Lieblingsvampir übel mitgespielt hat. Das hat mich so verärgert, dass ich beschloss selbst ein Buch nach meinem Geschmack zu schreiben. Völlig blauäugig habe ich es beim Ullstein Verlag eingereicht. Wurde natürlich nicht genommen, aber sie haben mir Mut gemacht weiter zu schreiben. Die Reise bis hier her, war aber lang und mühsam und eigentlich habe ich das meiste für meine Schublade geschrieben, weil ich überkritisch bin.

2.)Wie schreibst du? (Computer, alte Schreibmaschine, zuerst per Hand?)

Früher habe ich von Hand geschrieben, es dann aber sein lassen, weil meine Finger per Stift meinen Gedanken nicht hinterher kamen. Jetzt tippe ich alles sofort in den Pc, oder, wenn ich unterwegs bin, in mein Netbook. Es kann sogar sein, das man mich im Arztwartezimmer schreibend antrifft. Wenn ich unterwegs bin, habe ich es immer dabei. Mir ist letztens aufgefallen, dass ich es früher im Koffer hatte, als meine Zahnbürste!

3.) Welches Getränk trinkst du am liebsten während des Schreibens?

Wenn ich morgens schreibe steht immer ein riesen Pott mit Milchkaffee auf dem Schreibtisch und Mineralwasser ist immer in Reichweite. Gummibärchen und Ähnliches ist äußerst gefährlich. Ich habe die Sachen so weit weg geräumt, das ich aufstehen müsste, um ran zu kommen. Die Strategie funktioniert: das Schreiben gewinnt zu 99%, was wesentlich gesünder ist.

4.) Kannst du überall schreiben oder ziehst du dich dafür immer in deine 'Schreibstube' zurück?

Eigentlich kann ich überall schreiben, es muss nur leise sein. Kann ich gegen den Lärmpegel nichts machen, setze ich meinen Ipod auf und sperre die Umwelt aus.
Da ich aber ein typischer Nachtschreiber bin, verschlägt es mich doch meistens an meinen Schreibtisch, von dem ich, wenn es nicht meist Nacht wäre, einen tollen Blick auf einen Walt habe.
Im Sommer, gerade wenn es heiß ist, kann es auch sein, dass ich quer durch den Garten ein Kabel lege und unter einen Apfelbaum meinen PC bearbeite.

5.) Hast du optische Inspirationshilfen, beispielsweise Poster oder Kunstdrucke von alten Gemälden, vielleicht eigene Fotos?

Mir reicht eigentlich schon ein Blick ins Grüne, um die Gedanken schweifen zu lassen. Ich hole mir meine Inspiration eher über andere Sinne, wie zum Beispiel Musik. Jedes meiner Bücher hat eine Andere, was bei ‚Silver‘ recht witzig war, da ich oft Duddelsackmusik laufen lies.
Ansonsten kommen mir über Gerüche auch viele Ideen. Ein Buch spielt in der Karibik, da passt Kokosnuss ganz gut und ‚Silver‘ hat irgendwie was Schokoladiges …
Obwohl, inzwischen hängt das Cover von ‚Silver‘ als Poster über meinem Schreibtisch, als Motivationshilfe.
Die meisten Ideen kommen mir, wenn ich mit meinen Hunden unterwegs bin. Wenn mich dabei jemand sieht, denkt der ich hätte einen Vogel. Ich spreche meist laut ganze Dialoge nach und gestikuliere dazu recht heftig. Aber der Zweck heiligt ja bekanntlich alle Mittel.
Sollte ich also mal in einer Szene hängen, hilft mir das ungemein.

6.) Erzähl uns ein wenig über deinen Schreibprozess! Wie gehst du beispielsweise mit Schreibblockaden um? Sammelst du Ideen auf Karteikarten? Benutzt du Techniken der Ideenfindung? Wenn ja, welche?

Schreibblockaden kenne ich bis jetzt noch nicht. Eher im Gegenteil, ich habe den Kopf so voller Geschichten, dass ich gar nicht weiß wo ich die Zeit dafür her nehmen soll.
Notizen mache ich mir, wie gesagt, nur über die Protagonisten. Alles Weitere habe ich im Kopf und aufschreiben lohnt meist nicht, da sich die Geschichte weiterentwickelt und verändert.
Ansonsten schreibe ich meine Sachen von Anfang bis Ende durch, ziehe also keine Szenen vor und fülle hinterher auf. Das mag ich gar nicht, weil sich vieles erst während des Schreibens offenbart. So war Michaels Model- und Pornokarriere überhaupt nicht geplant.
Mir fallen auch meistens die kompletten Geschichte ein und nur Details kommen später hinzu. So kann es gut sein, das ich nach einem Spaziergang eine vollkommen neue Idee habe, die sich momentan, aber leider hinten anstellen muss. Und dann muss ich aufpassen, dass aus einem geplanten Manuskript nicht plötzlich mehrere werden, weil mir währenddessen die Fortsetzungen dazu einfallen.
Mir ist wichtig, dass jede Szene nachvollziehbar und genau ist. Ich möchte, dass der Leser während er es liest genau die Bilder davon vor Augen hat. Deshalb feile ich manchmal recht lange an einer Sequenz herum, ehe ich zufrieden bin. Details sind mir extrem wichtig und die Gefühle meiner Protagonisten. Das ist für mich das Spannende am Schreiben: Ich will ganz genau wissen wie es ihnen in jeder Szene geht, was sie empfinden, warum sie was tun…

7.) Schreibst du jeden Tag (Typ: emsige Schreibbiene) oder eher sporadisch?

Ich versuche schon jeden Tag zu schreiben. Wenn es mal nicht klappt, dann gehe ich zumindest abgearbeitete Sachen durch und suche nach Fehlern und krummen Sätzen. Klappt es ein paar Tage nicht, werde ich kribbelig. Ich brauche das Schreiben zur Entspannung. Mir geht es richtig gut, wenn ich für Stunden in meinen Welten verschwinden kann.
Nur wenn ich beruflichen Stress habe, kann es sein, das ich mich dazu zwinge mal einen Abend vor dem Fernseher mit Stricken zu verbringen. Meine Finger müssen irgendwie immer in Bewegung sein. Aber nach spätestens einem Tag Frei, ist auch die Schreibpause zu ende.

8.) Hast du eine oder mehrere reale oder nur in der Fantasie existierende Musen? Und wenn ja, ist deine Muse männlich, weiblich oder beides? Ist sie vielleicht ein Tier?

Also, ob man das nun Muse oder eher Sklaventreiber nennen kann, weiß ich nicht genau. Er ist männlich und nicht real. Typ keltischer Priester (Nein, kein Kilt, sondern langer schwarzer Mantel). Er begleitet mich schon mein ganzes Leben und kann ganz schön selbstgefällig sein. Ich habe oft den Verdacht, dass er meine Personen absichtlich in völlig neue Richtungen schubst und meine Haare dadurch ergrauen lässt.
Ansonsten sind meine beiden Hunde meine Musen. Iskander ist hervorragend auf meinen PC konditioniert, sobald ich etwas abspeichere und das charakteristische Ping ertönt, schießt er zu mir und fordert Aufmerksamkeit. Beide zusammen schaffen es mich loszueisen und durch einen Spaziergang kann ich mich danach wieder umso besser konzentrieren. Und ich mag es sie zwischendurch zu verknuddeln, das entspannt ungemein.

9.) Hast du Lieblingsbücher und Lieblingsschriftsteller?

Anne Rice hat mich mit ihren frühen Lestatbüchern sehr beeinflusst. Ich mag die dichte Atmosphäre darin und die detaillierte Beschreibung der Szenen. In jüngerer Zeit hat mich Jacqueline Carey und ihre ‚Kushiel‘ Saga schwer beeindruckt. Und das Buch: ‚Ein Weltreich zu erobern‘ von Mary Renault. Die Liebesgeschichte zwischen Alexander dem Großen und seinem Diener Bagoas. Ein Wahnsinnsbuch. Hat mich so gefesselt, dass ich meinen Hund Iskander getauft habe.

10.)Welches Buch sollte man deiner Meinung nach als Autor unbedingt gelesen haben?

Ich glaube jedes Genre hat seine eigene ‚Bibel‘. Ich persönlich finde es gut, wenn man ‚Herr der Ringe‘ gelesen hat. Das ganze Drumherum, die Genauigkeit und Tiefe des Buches und die extra dafür erfundene Sprache, Wahnsinn! Ansonsten finde ich es wichtig, dass man viel Unterschiedliches liest. Für mich ist ein Buch gut, wenn es mich inspiriert und anspornt meine eigenen Sachen noch besser zu machen.

11.) Zum Schluss: Hast du ein Lebensmotto?

„Ein Koffer voller Träume und Fantasien ist ein Gepäckstück, das man Zeit seines Lebens nicht verlieren sollte.“
Mein Koffer stand lange auf dem Dachboden und verstaubte. Ich bin froh, dass ich ihn wieder runter geholt habe und sorge dafür, dass er nie wieder dort oben verschwindet.

Sonntag, 27. Juli 2014

Toptitel: Loving Silver von M. S. Kelts


Mit dem Tag seines Erscheinens ist er Titel Loving Silver von M. S. Kelts praktisch raketenartig von den Verkaufszahlen und den begeisterten Leserkommentaren in die Höhe geschossen, was überraschend ist, weil die Autorin ein Thema aufgreift, was normalerweise bei den Leserinnen von Gayromances umstritten ist, nämlich die Pornoindustrie. M. S. Kelts Hauptfigur Silver (alias Jamie) mag es nicht nur, ein Pornostar zu sein, auch seine Kollegen, die Filmleute, die Agenturen und Produzenten werden nicht als Bösewichte dargestellt, sondern als ganz normale Leute, die eben im Pornogeschäft arbeiten. Das passt eigentlich nicht so richtig zur Romance.

Also es darf natürlich schon Pornodarsteller in der Gayromance geben, aber sie haben normalerweise gefälligst unter der Branche zu leiden und wollen eigentlich nichts lieber als dort auszusteigen. Diesem Archetyp widersetzt sich die Autorin fröhlich und guter Dinge, bürstet ihn schon fast gegen den Strich und bietet uns einen sinnlichen Roman mit viel Erotik, in dem es auch zärtliche Momente gibt.

Der Roman hat neben unterhaltsamen Sexymomenten freilich auch ernste und sogar traurige Szenen. Hier bietet sie den Leserinnen und Lesern das an, was klassischerweise in eine Romanze gehört. Ihr gelingt es mit leichter Hand und fröhlichem Schwung, die Lust am puren Sex mit Zuneigung und Liebe zu verbinden. Vielleicht macht das den Erfolg des Romans aus.

Der dead soft verlag hat mir eine Printversion des Buchs zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, beantworte mir bitte folgende Frage als Kommentar unter diesem Blogpost:

Was zieht dich an dem Buch an, ist es das Cover oder beispielsweise der Klappentext?

Die Aktion läuft bis einschließlich Sonntag, den 17. August 2014. Das Buch wird direkt vom Verlag versendet, ich gebe ihm also dann den Namen und die Adresse des Gewinners.

Es dürfen natürlich auch Leute mitmachen, die das E-Book schon haben und gerne eine Printversion hätten.

Die Autorin war so freundlich, mir eine Reihe von Interviewfragen zu beantworten. Die stelle ich morgen online.

Klappentext:

Michael lebt in einem kleinen Dorf in Baden-Württemberg. Sein Leben verläuft in geregelten Bahnen, ebenso wie sein Job als Architekt. Doch seine heimliche Obsession ist der junge amerikanische Gay-Pornodarsteller Silver. Und so heftet sich Michael unter dem Pseudonym Northman per Facebook und Twitter an seine Fersen und schreibt ihm nach langem Zögern. Silver antwortet überraschenderweise und in Michael entsteht der Wunsch, seinen Schwarm einmal in echt zu sehen. Eine Preisverleihung bietet die Chance. Doch Michael hat seine Rechnung ohne Silver gemacht. Statt eines Autogramms bekommt er eine Telefonnummer und einen Namen: Jamie. Die Reise beginnt …

Verlag: dead soft
Format: E-Book und Print
Link zur Autorin: Facebook
Link zu Amazon: Loving Silver

Little Treefrog hat bei BookRix die Frage beantwortet und will an der Verlosung teilnehmen:


Gleitgel in der Gayromance oder wie viel Fingern muss wirklich sein?

Bei manchen Autoren bin ich sofort dabei, wenn sie eine Gleitgelszene so selbstverständlich beschreiben, dass man spürt, sie gehört einfach dazu, wirkt natürlich und kann durchaus ein prickelndes erotisches Vorspiel sein. Die Autoren gleiten quasi ohne großes Aufheben in die Szene, d.h. in den eigentlichen Akt hinein.
Rückt der Autor die Tube in den Mittelpunkt, weil es schnell gehen muss, (Darkroom, z.B. rasch die Tube gegriffen, Gleitgel auf den Finger verteilt und ran an den Speck …) dann wiederum finde ich es interessant und wichtig, wird sie erwähnt.

Wenn man mal nicht das Klassische beschreibt, bei dem man das Klicken des Verschlusses hört, finde ich das noch einen Tick interessanter. Denn es gibt ja noch einige Varianten mehr, was man zum Gleiten nutzen kann …Öle, diverse Cremes …ich ließ mir sagen, dass Sonnencreme Gleitgel durchaus ersetzen kann …ist jedoch wenig ratsam, im Zusammenhang mit Kondomen. Wie auch immer, Mann ist erfinderisch und weiß genau, wann, was und überhaupt.

Alles in allem ist es der Leser, der entscheidet.

Wie viel Fingern muss wirklich sein? Ich finde, dass man das nicht pauschal beantworten kann.
Um es plump zu sagen: Kein Hintern ist wie der andere …Ergo reagiert jeder anders. Dem einen reicht ein Finger zum Abheben, auch wenn er nur wenig hinein geschoben wird. Ein anderer braucht den ganzen Finger in sich. Einem Dritten gefällt es vielleicht, wenn der Partner zwei oder drei Finger in ihn schiebt.
Hinzu kommt die Frage: Wie reagierten die Protas vor dem Sex aufeinander?
Sind sie schon längst bereit, Sex zu haben? Agieren sie hektisch, ungestüm? Dann ist Fingern wohl eher zuviel Anreiz, wenn Mann durch den Schwanz des Partners kommen möchte. Sind die zwei Partner so drauf, das sie ausgiebig Zeit haben, kann es zu einem recht netten Vorspiel werden. Auch könnte es sein, das es der eine regelrecht braucht, um in Stimmung zu kommen.
Und es soll sogar Menschen geben, die mögen keine Finger in sich. Oder sie brauchen diese Art von Vorspiel nicht, um zur Sache kommen zu können.

Die Frage ist also, wie im Endeffekt die Situation in Worte gekleidet wird. Kommt sie sanft, ja diskret daher? Liebevoll, zärtlich? Oder ist sie zielgerichtet und unverblümt?

Empfindet der Autor sie als schwierig zu beschreiben? Denkt er daran, dass es eigentlich ein Tabuthema ist? Denn bei den meisten Menschen ruft es Ablehnung hervor, sich Finger (oder anderes) in den Anus schieben zu lassen. Dann spürt man es …es liest sich unecht, die Szene kommt nicht glaubhaft daher.
Ein Thema, das von vielen tabuisiert wird, da auf dieses "Thema" ein weitaus schwierigeres folgt. Weil fingern ist eine Sache...der eigentliche Akt, eine andere.

Ist die Szene so beschrieben, dass mich als Leser ein sinnliches Kribbeln erreicht, dass ich meine, „der Eine“ zu sein, dann ist das Ziel erreicht. Der Autor hat dieses Tabu außer Kraft gesetzt. Er stellt die Situation als selbstverständlich und natürlich dar. So wie sie eben ist oder sein sollte.
Ich persönlich gehe gerne auf Fingerspiele ein, weil man enorm viel darin sehen kann. Die Umgebung der Beiden, ihre Gesichter, ihre Körperhaltung. Wie sie miteinander sprechen, ob sie sich fallen lassen …

Es gibt eine Menge Autoren, die sich beim schreiben fallen lassen können und das dem Leser in ihren Büchern transportieren. Und das finde ich, ist eine Gabe.

Der Gastbeitrag stammt von Karolina Peli.

Freitag, 25. Juli 2014

Aus der Backlist gezogen: Dämonenlust von Martin Skerhut


Klappentext:

Zwei Orte: Die größte Lederdisko der Stadt - das Darkness. Der Club für den außergewöhnlichen Geschmack - das Incubus. Die Gäste: Männer, auf der Suche nach Sex. Männer, die mehr sind als es auf den ersten Blick erscheint. Dämonen, Vampire, Werwölfe. Sie sind die Akteure in diesen Geschichten der Begierde und der Lust.

Meine Meinung:

Ein Buch jenseits der klebrigen Süße zuckriger Gayromanzen

So stelle ich mir eine gelungene Anthologie vor, nämlich gesammelte Kurzgeschichten nur eines Autors, die einem roten Faden folgen und thematisch lose miteinander verknüpft sind.

Die Stories in DÄMONENLUST spielen überwiegend im Darkness (der größten Lederdisco der Stadt) manchmal im Incubus, einem Club, in dem Dämonen, Vampire, Werwölfe und andere magische Lebewesen verkehren. Jede Geschichte erzählt von einem anderen homoerotischen Liebesabenteuer übernatürlicher Natur, wobei ich hier nicht im Einzelnen auf den Inhalt jeder Kurzgeschichte eingehen möchte. Welche magische Wesenheit von Begierde und Lust getrieben auf der Suche nach einem Liebesabenteuer das Darkness besucht und sich seinen menschlichen Gegenpart sucht, soll eher eine Art erotischer Überraschungseffekt bleiben. Ich jedenfalls war bei jeder Geschichte sehr gespannt, welches Wesen denn diesmal seinen Auftritt hat.

DÄMONENLUST handelt von Männern auf der Suche nach Sex. Es geht also oft schnell zur Sache, wobei Martin Skerhut variantenreich erzählt, mal mehr, mal weniger deutlich. So bleibt der Leser am Ball und ermüdet nicht. Ich fand die letzte Geschichte genauso interessant wie die erste, wobei ich natürlich meinem persönlichen Geschmack entsprechend meine Favoriten unter den Stories habe. Ich fand die Geschichten mit den Werwölfen sehr spannend, auch wenn sie von der Gewaltbereitschaft der Wölfe ein wenig ausufern. Aber so kennt man sie, die Wandler der wölfischen Art …

Verlag: dead soft
Format: Print
Link zum Autor: Facebook
Link zu Amazon: Dämonenlust

Neuerscheinung: Vertrauen x 3 von Sage Marlowe


Inhalt:

Als Dylan Mitchell den unverschämt gutaussehenden Teilzeit-Treuetester und Vollzeit-Zyniker Cole Peckham anheuert, um herauszufinden wie loyal sein Freund Seth Knowles wirklich ist, rechnet er mit dem Schlimmsten. Womit er jedoch nicht rechnet, ist die immense Anziehungskraft, die Cole auf ihn ausübt—und auf Seth. Oder dass Cole sich zu ihnen beiden hingezogen fühlt. Zutiefst enttäuscht über Dylans mangelndes Vertrauen, verlässt Seth Dylan, obwohl es ihnen beiden das Herz bricht.

Nunmehr Single, steht es Dylan frei, sich von Cole trösten zu lassen, doch ein grausamer Schicksalsschlag erfordert, dass Cole wesentlich mehr in diese neue Beziehung investiert als er eigentlich erwartet hatte. Obwohl er bereit ist, alles zu tun, was in seiner Macht steht, braucht Dylan offenbar mehr als Cole ihm geben kann—insbesondere da Dylan noch immer in Seth verliebt ist. Doch wenn es zwischen Zweien nicht funktioniert, erfordert es vielleicht einen Dritten, um die Beziehung perfekt zu machen...

Verlag: Me and the Muse Publishing
Format: E-Book
Link zum Autor: Facebook
Link zu Amazon: Vertrauen x 3


Donnerstag, 24. Juli 2014

Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit von Marie Sexton


Klappentext

„Ich hatte noch nie etwas für tuntige Kerle übrig gehabt, aber ich konnte jetzt auch schlecht verschwinden. Und schließlich musste er nicht zwingend mein Typ sein, wenn es nur um eine Nacht ging.“

Für Jonathan steht seine Karriere an erster Stelle und auch sein Privatleben hat sich dem unterzuordnen. Kein Platz für komplizierte Beziehungen und kein Verständnis für Menschen, die wie Cole vollkommen sorglos und unbekümmert durchs Leben schweben. Doch was, wenn hinter Coles klischeehaft schwuler Fassade mehr schlummert, als auf den ersten Blick zu sehen ist?

Meinung kurz und knapp:

Das Buch hat einen eher berichtenden, teilweise distanzierten Erzählstil und hat sich trotzdem mit seiner langsamen Steigerung der emotionalen Dichte in mein Herz geschlichen. Wer am Anfang durchhält, findet eine wunderbare Liebesgeschichte mit dezenten erotischen Szenen, die mit jedem Entwicklungsschritt in der Beziehung inniger und sinnlicher werden.

Verlag: Cursed
Format: E-Book
Link zur Autorin: Homepage
Link zu Amazon: Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit

Mittwoch, 23. Juli 2014

Blogger und Rezensenten, die auch schwule Romane besprechen

The World of BigEyes
Ramona bespricht ausschließlich Gaybooks.

Jules bunte Welt der Bücher
Auch Jules bespricht nur Gaybooks.

Like a Dream
Blog des schwul-lesbischen Portals Like a Dream *neu!

Ulla liebt Bücher
und hat einen hohen Prozentsatz von Besprechungen schwuler Bücher auf ihrem Blog.

Kittys Bücherblog
Katharina hat eigene Katergorien für Gaybooks auf ihrem Blog eingerichtet.

Romantic Bookfan
Desiree hat in ihrer Tag-Liste einen Punkt mit m/m, der schon gut gefüllt ist.

Bambinis Bücherzauber
Hier wurden auch schon Rezensionen von schwulen Büchern gesichtet.

Stage Reptiles
Ein Blog über Musik und Bücher. Nach eigenen Angaben hat Kyra auch schon Gaybooks besprochen.

Montag, 21. Juli 2014

Deutschsprachige schwule Ménageromane (übersetzt oder deutscher Autor)


Der Titel Zweifel in Worten von Nathan Jaeger wurde in Kommentaren hier auf diesem Blog und auf Faceboook am häufigsten genannt und leitet deshalb diese kleine subjektive Übersicht als Toptitel ein.

Inhalt:

Neue Stadt. Neues Leben. Der 26-jährige Bibliothekar Frank ist von Köln nach Berlin geflohen, um mit seiner Vergangenheit abzuschließen. An den ominösen ‚Mister Right‘ glaubt er nicht und seit einem einschneidenden Erlebnis zieht er es vor, nicht einmal mehr flüchtige Dates zu haben. Die unerwartete Bekanntschaft zu Sam und Gabriel ist dabei eine Wildcard, die er nicht einkalkuliert hat.

Verlag: Selfpublisher
Formate: Print und E-Book
Link zu Amazon: Zweifel in Worten
Link zum Autor: Facebook

Weitere Titel in alphabetischer Reihenfolge:




Banzi, Norma: Der Popstar und sein Anwalt

Inhalt:

Das erste Zusammentreffen mit dem Anwalt Vincent und dem Popstar Angel geht gründlich schief. Der Anwalt verzichtet lieber auf ein lukratives Mandat, als sich von dem unreifen Musiker auf der Nase herumtanzen zu lassen. Angel ist wider Willen davon beeindruckt, dass ihn jemand so kaltschnäuzig abserviert hat. Und auch sonst geht ihm der große, kräftig gebaute Mann mit der sexy Samtstimme nicht mehr aus dem Sinn. Nach einem anstrengenden Videodreh nimmt er all seinen Mut zusammen, besucht Vincent in seiner Wohnung und verführt ihn.
Mit 40 Jahren glaubt Vincent eigentlich, zu alt für Angel zu sein. Und dann präsentiert ihm Angel auch noch seinen jungen Lebensgefährten Jamie ...

Verlag: Edition Banzini
Formate: Print und E-Book
Link zu Amazon: Der Popstar und sein Anwalt
Link zur Autorin: Facebook



Espinoza, Pepper: Wie Schnee in der Sonne

Inhalt:

Gregorys Leben verläuft in geordneten Bahnen. Keine Abenteuer. Keine Überraschungen. Mit einem Partner an seiner Seite, den er über alles liebt, denkt er nicht im Traum daran, dass sich irgendetwas ändern könnte. Bis Jim in sein Leben stolpert und Gregorys Welt plötzlich Kopf steht.

Verlag: Cursed
Formate: E-Book
Link zu Amazon: Wie Schnee in der Sonne
Link zur Autorin: Homepage



Mascarpone, Violet: Thekenwelt -Apéritif pour trois

Inhalt:

Die Freunde Tornado und Kai sind geborene Gegensätze und lieben sich, ohne es auszusprechen. Im Grunde stellen sie das ideale Paar dar. Blöd nur, dass beide auf dem devoten Ende der Wippe sitzen. Gemeinsam schlagen die beiden jungen Männer sich durch ihr Leben, das sich zwischen ihrem ärmlichen Wohnviertel und einer nicht ganz so eleganten SM-Bar, namens Schwarze Rose abspielt, in der sie als Thekenkräfte ihr Geld verdienen.

Als Tornado den schwerreichen Koch Biscuit Moody kennenlernt, ändert sich das Leben der beiden Freunde schlagartig. Die drei finden sich in einer Beziehung wieder, in welcher der Küchenchef den Ton angibt.

Leserzitat Chris P. Rolls: "Ahaaa jaaa die Thekenwelt ist genial!!! Wirklich ungewöhnliche Charaktere und mal eine etwas andere BDSM Story! absolut empfehlenswert."

Verlag: dead soft
Formate: Print und E-Book
Link zu Amazon: Thekenwelt
Link zur Autorin: Facebook



Sherwood, Kate: Sturmrappe - Der Außenseiter

Inhalt:

Dans große Liebe Justin liegt im Koma und stirbt schließlich. In dieser schweren Zeit lernt er den Milliardär Evan und dessen älteren Liebhaber Jeff kennen. Während er versucht, mit den Veränderungen in seinem Leben zurechtzukommen, fühlt Dan sich sowohl zu Evans ungestümer Leidenschaft als auch zu Jeffs ruhiger Weisheit hingezogen. Ist Dan stark genug, um der Liebe noch einmal eine Chance zu geben oder wäre es besser – und sicherer – für ihn, allein zu bleiben?

Verlag: Dreamspinner Press
Format: E-Book
Link zu Amazon: Sturmrappe - Der Außenseiter
Link zur Autorin: Homepage

Sonntag, 20. Juli 2014

Ménage: Darf`s auch ein bisschen Mehr sein?

Bei den Englischsprachigen mittlerweile fast schon etabliert haben sich die Gayromanzen mit mehr als zwei Liebenden, Ménages, also nicht die traurigen Dramen über Eck, sondern die Bücher, wo drei Personen aneinander und miteinander Freude finden. Wir deutschen Autoren und Autorinnen hinken noch hinterher, habe ich den subjektiven Eindruck. Woran liegt das eigentlich? Mögen wir die romantische Zweierbeziehung in der Literatur lieber? Behagt Ménage-Literatur den deutschen Leserinnen einfach nicht oder weichen sie dann zu den englischsprachigen Romanen aus? Was meint ihr, liebe Kolleginnen, Leserinnen und Leser?

Beispiel für eine Ménage:


(More von Sloan Parker)