Mittwoch, 13. August 2014

Ein Interview mit den Autoren der Anthologie Postive Storys


Zum Buch Positive Storys habe ich mir etwas ausgedacht und habe der Herausgeberin 24 Interviewfragen zugeschickt. 24 Storys, 24 Fragen. Jeder Autor beantwortet die Frage/n welche dem Platz seiner Story im Buch entspricht/entsprechen. Das Buch ist [hier] bei Amazon erhältlich.

Inhalt:
24 Positive Storys - Mann mit Mann!
Aus einer Idee wurde ein Wettbewerb, daraus ein Buch für den guten Zweck. Die Autoren und alle anderen Beteiligten stiften den gesamten Erlös an einen gemeinnützigen Verein. In diesem Fall an den Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz e.V. Berlin.

Die Storys handeln vor allem von Liebe, Hoffnung und der Zukunft, aber auch von dem Leid, die das Leben mit dieser Krankheit bei Männern verursachen kann. Fast jeder Aspekt einer möglichen HIV-Infektion wird angesprochen. 

Inhaltsverzeichnis:
1. Savannah Lichtenwald - Weiß ist keine Farbe
2. Mia Grieg - Ewig ist mehr als für immer
3. Karo Stein - (Un)Glück
4. Sissi Kaipurgay - Positive Einstellung?
5. Kathi Seefeld - Jeder verdient eine Zukunft!
6. Man Ri - Das Schicksal ist ein Arschloch
7. Angie Snow - Und dann war es Liebe
8. Karo Stein - Ein besonderer Pflegefall
9. Bernd Schroeder - Johannes
10. Neschka Angel - Mein Leben war ein Wunschkonzert
11. Sissi Kaipurgay – Reformkost heilt Herzen
12. Neela Faye – Engel unverhofft
13. Roderick Sweens total verrückte Woche
14. Sascha Scheiblette - Mein bester Freund hat AIDS
15. Caro Sodar - Das Paradies
16. Jane V. Shaw - Am Ende doch noch Liebe
17. Neschka Angel - Das Leben ist kein Wunschkonzert
18. Sascha Scheiblette - Verliebt trotz AIDS
19. Blake Heartland - Ich hab’s verbockt
20. Neela Faye - Hoffnungsschimmer
21. Ragna Ida Ziegel - Es war nur ein Anruf, der alles veränderte
22. Sascha Scheiblette - Rothilde von Blauhelm – Rosa Elefanten
23. J. Walther - Der dünne Boden, auf dem wir stehen
24. T.S. Nightsoul - Hab Ich Vergessen

Das Interview:

1.)
Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Seit ich die ersten Buchstaben entziffern konnte, hat mich ein Stapel Bücher begleitet. Nachdem ich viele Jahre querbeet alles gelesen habe, was mir unter die Finger kam, bin ich irgendwann bei Liebesromanen gelandet, von dort weitergewandert zur Gay Romance. Dann entdeckte ich im Internet eine Website, auf der Hobbyautoren ihre Storys veröffentlichen und dachte, hey cool, jede Menge neues Lesefutter. Innerhalb kurzer Zeit müssen sich in meinem Kopf etliche Synapsen kurzgeschlossen haben. Plötzlich war eine Geschichte da, wirbelte alles durcheinander und gab keine Ruhe, bis ich sie endlich geschrieben und veröffentlicht hatte. Mein neues Hobby hat sich schnell zur Passion entwickelt und bei dieser einen Geschichte ist es zum Glück nicht geblieben.

2.)
Wie schreibst du? (Computer, alte Schreibmaschine, zuerst per Hand?)

Ich habe ein inzwischen recht altes Netbook, das mich überall hin begleitet, wenn ich schreiben will. Obwohl ich chronologisch schreibe, könnte ich mir ein Buch per Hand zu schreiben nicht vorstellen.

3.)
Welches Getränk trinkst du am liebsten während des Schreibens?

Meistens trinke ich Kaffee oder Cappuccino, wobei beides für gewöhnlich neben mir kalt wird, wenn ich erst einmal beim Schreiben bin. Außerdem habe ich seit ein paar Wochen immer eine große Flasche Wasser neben mir stehen und zwinge mich, sie auch im Laufe der Zeit auszutrinken.
4.)
Kannst du überall schreiben oder ziehst du dich dafür immer in deine 'Schreibstube' zurück?

Ich brauche absolute Ruhe, sonst geht gar nichts. Meine Schreibstube ist seit über einem Jahr das Wohnzimmer, wo ich nahe der Terrasse das Notebook aufgebaut habe.

5.)
Hast du optische Inspirationshilfen, beispielsweise Poster oder Kunstdrucke von alten Gemälden, vielleicht eigene Fotos?

Also wenn ich schreibe, dann schau ich mir zwischendurch keine Fotos oder Bilder an, aber natürlich sieht man eine Menge heißer Pix im Internet, die einen sicher unbewusst inspiriert haben. Ich habe schon mal überlegt, ob ich, um es authentischer zu schreiben, eine Foto- oder Videoszene beschreibe, aber bisher hab ich darauf zurückgegriffen. Ich glaub, die Emotionen kommen besser rüber, wenn man das Kopfkino anstellt.

6.)
Erzähl uns ein wenig über deinen Schreibprozess! Wie gehst du beispielsweise mit Schreibblockaden um? Sammelst du Ideen auf Karteikarten? Benutzt du Techniken der Ideenfindung? Wenn ja, welche?

Mein einziges Hilfsmittel, das ich benutze, ist eine Word-Datei, um Ideen zu der jeweiligen Story zu notieren. Üblicherweise beginne ich eigentlich erst damit die Geschichte zu schreiben, wenn sie schon zu ungefähr 2/3 in meinem Kopf existiert. Manchmal reicht mir schon ein Foto, um meiner Fantasie auf die Sprünge zu helfen.
Zum Thema Schreibblockaden kann ich nicht viel sagen, da ich das Problem nicht kenne. Schließlich schreibe ich nur als Hobby und nicht hauptberuflich. Deshalb ist es mir auch egal, ob ich einmal im Monat eine Idee habe oder nur einmal im Jahr.

7.) Schreibst du jeden Tag (Typ: emsige Schreibbiene) oder eher sporadisch?

Ich bin ein fleißiges Bienchen *lach*. Geschrieben wird jeden Tag.

8.)
Hast du eine oder mehrere reale oder nur in der Fantasie existierende Musen? Und wenn ja, ist deine Muse männlich, weiblich oder beides? Ist sie vielleicht ein Tier?

Ich habe zwei real existierende Musen. Die eine ist weiblich, die andere männlich. Beide helfen mit, mit ihren sehr unterschiedlichen Sichtweisen einen Weg zu finden. Obendrein schwirrt vermutlich noch eine weitere Muse über meinem Schreibplatz, die manchmal recht schnell beleidigt ist und mich dann mit allerlei Unsinn vom Schreiben abhält.

9.)
Hast du Lieblingsbücher und Lieblingsschriftsteller?

Spontan hätte ich beinahe geantwortet: `Illettrismus´ von France Carol, aber damit hätte ich nicht nur ihren anderen Büchern Unrecht getan. Auch die Geschichten um `Charlies Welt´ von Caro Sodar sind für mich ganz großes (Bücher-) Kino.

10.)
Hast du ein ganz besonderes Lieblingskinderbuch und/oder eine Hörspielreihe, die du als Kind gerne gehört hast?

Obwohl ich als Kind sehr schlecht im Lesen war haben mich die Bücher Hanni und Nanni durch mein Leben begleitet.

11.)
Welches ist dein liebster Film in dem es um die große Liebe geht?

Für mich bleibt QaF der Favorit. Unter den Hetero-Schnulzen hat ‚Die Liebe hat zwei Gesichter‘ mit Streisand/Nick Nolte den ersten Platz.

12.)
Welches Buch sollte man deiner Meinung nach als Autor unbedingt gelesen haben?

Gute Frage, nächste Frage…. Nein, ehrlich gesagt hab ich keine Antwort. Es gibt so viele tolle, wichtige, spannende Bücher, dass es schwer ist, das EINE Buch auszuwählen. Zu mal ja auch der jeweilige Lesegeschmack sehr unterschiedlich ist. Ich sehe mich sowieso in erster Linie als Leserin und verschlinge daher so viele Bücher, wie ich in die Finger kriege und irgendwie zeitlich bewältigen kann…

13.)
Kochst du gerne?

Oh ja! Gerne, viel und fast täglich.

14.)
Was ist dein Lieblingsgericht und was findest du daran so lecker?

Tomatensuppe mit Nudeln und Hackbällchen. Das ist eben lecker. Mit Mozzarella noch leckerer.

15.)
Hast du ein Haustier? Welches?

Ja, einen Thai Siamkater (rotzfrecher Macho)

16.)
Unterstützt dich dein Partner/deine Partnerin bzw. deine Familie beim Schreiben oder pflegst du das Schreiben von Gaybooks heimlich?

Ich würde schon sagen, dass ich Unterstützung erhalte. Ich schreibe jedenfalls nicht heimlich. Klar findet das Genre nicht bei allen Anklang, aber pikiert hat sich auch noch keiner. Nunja, lesen möchte allerdings auch niemand meine Bücher, außer meine Mum. Aber so sind Mütter vermutlich!

17.)
Welchen Geruch bzw. Duft magst du am liebsten und warum?

Vanillekerzen, weil meine Wohnung dann so toll duftet und mein Parfüm Addict von Dior weil es zu mir und meinem Leben passt und weil es meinem Mann so gut gefällt.

18.)
Social Media und Internet: Fluch oder Segen für Autoren? Oder beides?

Für Indies ein must-have. Wie sonst soll man sein Buch bewerben? Das knüpfen sozialer Netzwerke ist wichtig für Autoren und bietet die Möglichkeit, ohne Verlage neue Leser zu finden.

19.)
Wie tröstest du dich, wenn du eine schlechte Rezension kassiert hast?

Nein, ernsthaft, bisher habe ich eine schlechte Rezension auf Bookrix einstecken müssen. Daran hatte ich schon erst mal zu knabbern und habe mich gefragt, ob das, was ich da mache, das Richtige ist. Nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen hatte und mir Zuspruch (das obligatorische Kopf tätscheln lassen) geholt hatte, war ich mit mir soweit wieder im Reinen, dass ich auf die Kritik angemessen und sachlich reagieren konnte und das Bedürfnis, meinen Kritiker in der Luft zu zerreißen, hinter mir gelassen hatte. Es ist eben nicht einfach, sich, seinen Stil, seine Geschichten schlecht gemacht zu sehen. Aber im Endeffekt zählt nur eins: Als Autor musst du mir dir, deinem Stil und deinen Geschichten im Reinen sein, denn niemals kannst du es jedem Leser recht machen, dafür sind die Menschen und ihre Geschmäcker viel zu verschieden.

20.)
Weinst du, wenn du deine Romanfiguren in Situationen schreibst, in denen sie schrecklich leiden müssen, vielleicht sogar jemanden verlieren, den sie lieben?

Ja, tu ich… Es hat mich ziemlich gewundert, weil ich normalerweise nicht schnell weine, weder im realen Leben noch beim Lesen. Aber zum Beispiel, als ich „Hoffnungsschimmer?“ geschrieben habe, habe ich einige Tränen vergossen und bestimmt zwei Tage lang schlechte Laune verbreitet.

21.)
Welche Wörter verwendest du deiner Meinung nach beim Schreiben zu oft?

Also „da“ ist immer gern genommen… und sicherlich auch noch einige mehr.

22.)
Bei Liebesszenen: Zart oder hart? Was bevorzugst du beim Lesen bzw. Schreiben?

Am liebsten die ganz schnulzige Nummer. Mit Tränen, tief in die Augen gucken und zärtlichem Sex. Je mehr, je besser.

23.)
Hast du dich schon einmal dabei erwischt, dass eine deiner Hauptfiguren etwas anzieht, isst oder trinkt, was du selbst gerne magst, obwohl es zu diesem Chara überhaupt nicht passt? Würdest du beispielsweise einen Chara erdenken können, der Männer in Anzügen über alle Maßen liebt und sexy findet, obwohl du selbst Anzugträger schnöselig und langweilig findest (oder umgekehrt, du findest Träger von Baggy Pants total hässlich gekleidet, dein Chara steht aber drauf).

Naja, was soll ich sagen, meine Charaktere mögen alle eine Sache, mit der ich nicht viel anfangen kann ;-) Natürlich mögen sie viele Dinge, die ich auch mag, z.B. fotografieren, Wiese sensen oder Apfelkuchen. Ich achten schon darauf, ihnen nichts anzudichten, was nicht zu ihnen passt.

24.)
Zum Schluss: Hast du ein Lebensmotto?

Stehe öfter auf, als du hingefallen bist. Für mich spiegelt dieser Satz mein gesamtes Leben wieder. Wer kämpft, kann zwar verlieren, aber wer es nicht versucht, hat schon verloren. Es geht immer weiter und das halte ich mir vor Augen. Stürzen gehört dazu – aber eben auch das Aufstehen ;

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