Samstag, 21. März 2015

The Protector von Cooper West


Gelesen/gehört: The Protector von Cooper West (Sprache: Englisch)
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The Protector gibt es, wie viele Bücher von Dreamspinner Press, gerne auch in der Kombination E-Book und Hörbuch zu kaufen. Man kann zwischen Hörbuch und E-Book wechseln und ist immer an der richtigen Stelle. Ich nutze dieses Angebot gerne. Der Sprecher macht das ordentlich, nur bei den Frauenstimmen wirkt er mir etwas zu aufgesetzt.

In dem Buch geht es um einen Schäferhundwandler (den Protector) der seinen Bindungspartner (den Handler) durch einen Mord verliert. Normalerweise sterben Protectors, wenn ihre Partner getötet werden, Alex nicht. Fortan lebt er als gebrochener Witwer und wird von den Wissenschaftlern für ein Kuriosum gehalten. Drei Jahre nach dem Todesfall trifft Alex zufällig auf den noch ungebundenen Handler Marcus und die Bindung jagt den Männern jäh durch ihre Körper.

Alex hasst es, einen neuen Partner zu haben, und Marcus leidet unsäglich unter seiner Ablehnung. Zwischen Verleugnung und den unstillbaren Bedürfnissen ihrer Körper, sich nahe zu sein, richten die beiden sich schließlich mehr schlecht als recht in Alex Haus ein, nachdem die Wissenschaftler alle ihre aufdringlichen Tests an ihnen erledigt haben. Und dann gibt es natürlich noch die sich verdichtene Gefahr, die sie zwingt, einander Vertrauen zu schenken ...

Boh, war dieser Roman lang, laaang, noch länger, uff! Die Autorin hat eine Welt erschaffen, in der die Guardsmen allgegenwärtig sind. Handler-/Wandlerpaare sind bei der Polizei, Feuerwehr, im medizinischen Bereich und wo auch immer tätig, um den Menschen hilfreich beiseite zu stehen. Ihr Leben ist besonderen Regeln unterworfen. Sie werden geschätzt und gleichzeitig misstrauisch beäugt. Es gibt seitens der Bevölkerung viele Vorurteile. Vor allen Dingen sind sie nicht frei in ihren Entscheidungen. Jedes Paar ist einem Institut angegliedert und auch, wenn das rechtliche Verhältnis zwischen dem Institut und den Handlern bzw. Protectors nicht wirklich in allen Einzelheiten dargelegt wird, fühlte es sich beim Lesen wie eine Leibeigenschaft an. Wenn ein Guardsman keine Lust hat, sich den wissenschaftlichen Tests zu unterziehen, kann er dazu gewzungen werden, wenn das Institut will, dass eine Person im Institut bleibt, kann diese nicht einfach gehen.

Immerhin erspart einem die Autorin bis zu einem gewissen Grad platte Szenarien, in denen ein Handler oder Protector nur als Laborratte herhalten muss. Die Wissenschaftler sind fokussiert auf die Erforschung des Rätsels, das Alex ihnen serviert und auch etwas kaltschnäuzig, aber gewisse Grundprinzipien der Ethik werden nicht unterschritten. Insofern ist es kein sozialkritischer Roman, bei dem am Ende das ganze System der Guardsmen und ihrer Bindung an die Institute in Frage gestellt wird.

Dass Alex Marcus nicht will, ist lange Zeit ein Thema und da ist er wirklich hartnäckig in seinem Widerstand. Es gibt keine langsame Annäherung, wo er Stück für Stück nachgibt. Man will ihn auch nicht schütteln oder so, weil man im Prinzip seine Treue zu seinem ersten Mann durchaus nachvollziehen kann. Zum Ende hin ist es eher wie ein Dammbruch, ausgelöst von äußeren Umständen.

So, wie die Figuren sich abquälen, ist es manchmal auch eine Qual, von ihrem Kampf um ein bisschen Glück zu lesen. Hätte ich gewusst, dass der Roman so wird, hätte ich ihn mir nicht gekauft. Damit will ich aber nicht sagen, ich hätte ihn nicht spannend gefunden. Ab der Mitte des Romans wusste ich, worauf das Ende hinauslaufen wird, aus welcher Personengruppe der Mörder von Alex erstem Mann stammt. Wer Showdowns mag, wird hier recht gut bedient. Nun ist es bei Showdowns so, dass sie immer nach demselben Schema passieren, und ich finde das so unsäglich langweilig. Immerhin war es romantisch und rührend zu lesen, wie die beiden Männer dann doch zusammenfanden.

Ich würde den Roman durchaus empfehlen, auch wenn man schon lange durchhalten muss, bis Marcus, der zurückgewiesene Bindungspartner, endlich einen Lichtstrahl sieht.

Das Englisch war nicht ganz so unkompliziert, wie ich es bei englischsprachigen Gayromances gewöhnt bin, aber ich konnte noch gut folgen und mich in das Hörbuch einhören. Beim Kindle kann man ja eh auf unbekannte Vokabeln tippen und bekommt die Übersetzung serviert.

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