Dienstag, 30. Juni 2015

Strange Bedfellows von Cardeno C.


Gelesen: Strange Bedfellows von Cardeno C.
Sprache: Englisch (leicht zu lesen)
Erotische Taktrate: Süße, sexy Nebensache
Schmelzfaktor: Hach, wie schön
Eindruck in einem Satz: Es geht in dem Buch um Liebe und sich zueinander bekennen, nicht um künstlich hochgeschraubtes Drama.
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In diesem Post bei Facebook (http://on.fb.me/1dugkDN) hatte ich die Befürchtung zum Ausdruck gebracht, dass ich eventuell den Respekt vor mindestens einer Hauptfigur verlieren könnte, weil es sich um einen Outingroman handelt. Mir passiert das gelegentlich bei dieser Art von Roman, wenn die Charaktere dem Teenageralter schon längst entwachsen sind und immer noch angstbibbernd im Schrank der Verleugnung ihrer Sexualität sitzen.

"Strange Bedfellows" hat diese Klippe sehr erfolgreich umschifft und die Autorin hat in Ford einen glaubwürdigen Charakter entwickelt, der mit 37 zwar noch ungeoutet ist, aber um seine Stärken und Schwächen weiß. Er hat Wünsche, die er sich auch selbst gegenüber eingesteht und gönnt, und als ein Mann kommt, Trevor, der ihn sofort fasziniert und in seinen Bann zieht, ist er nicht zu feige, sich sein Stück Kuchen vom Glück zu greifen. Das geht natürlich nicht reibungslos, aber emotional bleibt die Autorin glücklicherweise auf dem Level eines Mannes Mitte dreißig und macht nicht den Fehler, Ford die unsicheren Gefühle eines Teenagers anzudichten. Ford hat bei all seinen Sorgen um seine ungeoutete Existenz ausreichend Format, um für mich ein Symathieträger zu sein, mit dessen Sorgen ich mitgehen kann.

Ford, Abgeordneter des US-Kongresses, ist in dritter Generation konservativer Politiker. Als er sich auf einen One Night Stand mit einer Barbekanntschaft einlässt, weiß er zunächst nicht, dass sein attraktiver Liebhaber der Sohn des US-Präsidenten ist. Trevor ist schon lange geoutet, hat aber durchaus Verständnis dafür, dass ein christlich geprägter Mann (Ford ist gläubig) mit politischen Ambitionen aus konservativem Elternhaus dreimal überlegen muss, ob er sich outet. Er hat nichts dagegen, dass ihre gelegentlichen Treffen heimlich sind. Problematisch wird es, als beiden Männern ein Gelegentlich nicht mehr ausreicht. Ford kann so nicht mehr weitermachen und sein Glaube leitet ihn ...

Hm ... dazu sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass Ford im Laufe der Jahre zu einer persönlichen Form von Glauben gefunden hat. Insofern thematisiert die Autorin also auch Menschen, die in Homosexualität und ihrem christlichen Glauben keinen Widerspruch sehen. Atheisten können den Roman unbesorgt lesen, es geht hier nicht darum, uns alle zu überzeugen, wie schön die Hinwendung zu Gott sein kann. Wenn der Roman eine Botschaft hat, dann, dass man auf die Liebe vertrauen soll.
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