Sonntag, 30. August 2015

The Degan Paradox von Rob Colton


Gelesen: The Degan Paradox von Rob Colton
Sprache: Englisch (einfacher Schwierigkeitsgrad)
Erotische Taktrate: Na ja ...
Schmelzfaktor: Grundsätzlich vorhanden
Eindruck in einem Satz: Wenn sich der Autor mehr auf die schmelzigen Aspekte seiner Degan-Buchreihe besinnen und nicht so ellenlange, ermüdende Kampfszenen schreiben würde, wäre die Reihe wirklich lesenswert.
Warnung: Male Pregnancy
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Milde bis mittlere Spoiler möglich.

Platz zum Überlegen, ob du diese Rezension wirklich mit den Spoilern lesen möchtest.

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Peri ist zusammen mit Devin aus Buch 1 (The Degan Incident) in einem Heim aufgewachsen. In Buch 1 verliebte sich Devin in Bastian Drago, einem kriegerischen Deganer. Die Deganer haben so eine Art aggressives Sperma, was dazu neigt, den Gencode ihrer Sexualpartner umzuschreiben, sobald es in ihre Körper gelangt. Und Devins Ärzte sind doch mächtig verblüfft, als der plötzlich schwanger ist. Es gibt in dem Buch sehr viel Hickhack um menschliche und andere Machtgruppen, die versuchen, mit kombiniertem menschlichen und deganischem Erbgut so eine Art Überwesen zu erschaffen. Ich habe bis einschließlich Buch drei nicht genau verstanden, weshalb sich nun gerade die Mensch/Degan-Mischung so wunderbar dazu eignet, ultimative Krieger zu konstruieren. In Buch 1 werden ein paar von den Fiesen erwischt, aber natürlich nicht alle.

Den Inhalt von Buch 2 (The Cassini Mission) habe ich praktisch vergessen, das Paar darin ist der gute Wissenschaftler Aaron und so eine Art Navy-Übersoldat namens Kane. Zwischen den beiden brizzelte es gewaltig und wenn der Autor nur mehr Wert auf die Entwicklung der Liebesgeschichte gelegt hätte, statt das halbe Buch mit Kampfhandlungen zu füllen, bei denen liebenswerte Nebencharaktere reihenweise niedergemetzelt werden, hätte etwas Gutes daraus werden können. Jedenfalls musste die Besatzung der Cassini, zu der Aaron und Kane gehören (wenn ich mich richtig erinnere) zu einer verräterischen Kolonie fliegen und irgendsoein grausames, also böses Genetikerpack jagen. Am Ende retten sie einen Embryo in Stasis.

In Buch 3 (The Degan Paradox) macht sich nun Peri zu seinem allerallerbesten Freund Devin nach Degan auf, weil er eh gerade arbeitslos geworden ist und vielleicht auf Degan einen neuen Start wagen will. Außerdem will er dessen Sohn endlich knuddeln. Ihn verfolgen diffuse Sexträume von Bastians Onkel Beshel, den er eigentlich gar nicht leiden kann, aber in Buch 1 kurz getroffen hatte. Weil Peri seekrankt ... Verzeihung ... raumkrank wird, geht er auf die Krankenstation seiner Mitreisegelegenheit (die Cassini, wer hätte das gedacht) und lässt sich untersuchen. Und er ist ... tata ... nein, nicht schwanger, das wäre zu einfach, oder?! Nein, die Scanner haben seinen Gencode automatisch mit irgendwelchen anderen Gencodes abgeglichen (Hallo? Was ist denn mit Privatsphäre?) und es klingelt laut und deutlich. Peris ist einer der Väter des Embryos, den die Cassini so fürsorglich nach Degan transportiert, um es dort den Deganern zu überantworten. Ups, wer mag wohl der deganische Gegenpart sein?

Also der, als er es erfährt, ist alles andere als begeistert. Und er hat so seltsame erotische Träume von Peri, die er sich nicht erklären kann. Die beiden beginnen so etwas wie eine grummelige Affäre und so nach und nach eröffnet sich ihnen, was ihnen passiert ist. Peri ist gleich sehr emotional an den Embryo gebunden, während er deganische Vater sich gegen diese Gefühle abschottet und überhaupt, er glaubt nicht an die Liebe, schon gar nicht daran, sich in einen Menschen verlieben zu können (und wenn seine Libido noch so sehr Peri hinterherhechelt).

Als der Embryo gestohlen wird, betrachten die Deganer dies als Kriegserklärung und machen ihre Grenzen gegen die Menschen usw. dicht. Peri drängt den Kindesvater dazu, die Verfolgung aufzunehmen. Der will, wie sonst auch, rational handeln, wird aber von den Emotionen Peris mitgerissen, denn der Deganer hat schon längst einen überbordenden und fast unbezwingbaren Beschützerinstinkt gegenüber dem Menschen entwickelt.
(Und damit wir gleich für Buch 4 einen weiteren Deganer haben, den wir in romantische Umstände packen können, kommt ein Neffe aus dem Drago-Clan mit zur Rettung des Winzlings.)

Die Galaxie muss vor einem Krieg bewahrt werden, der Winzling aus den Klauen der Nazis ... ups, der bösen Wissenschaftler befreit werden und überhaupt dürfen die muskulösen Navy-Burschen von der Cassini wieder die Androiden der Bösen abknallen (oder müssen sich abknallen lassen, was weniger schön ist).

Okay, ich hoffe, dass ich die Storyline nicht zu wirr erzählt habe, aber ehrlich gesagt habe ich die Genetikerproblematik des Plots auch nicht recht verstanden. Wenn ich das richtig enträtsele, sind die deganischen Gene etwas ganz, ganz Besonderes, etwas, was das Herz eines bösen Genetikers jauchzen lässt. Und wenn man die mit menschlichen Genen kombiniert, wird da was ganz, ganz Tolles draus (jedenfalls dann, wenn Menschenpapi und Deganvati die vom Schicksal vorherbestimmten Partner sind - ähnlich wie bei den Wolfswandlerromanen.)

Die Liebesgeschichten neigen dazu, etwas zu naiv erzählt zu werden, dennoch habe ich die Paare alle ins Herz geschlossen, bei den Kampfszenen ist der Autor für meinen Geschmack allerdings zu übermotiviert. Die Synthese zwischen Gayromance und Military Science Fiction kommt mir zu kampflastig vor angesichts der Tatsache, dass uns andererseits zuckersüße Männer präsentiert werden, die sich niedlich um ihre noch niedlicheren Babys kümmern als weibliche Gebärende. Zu Zucker passen nicht zu viele Soldaten, die den Heldentod in Gemetzeln sterben müssen. Der "Mutterinstinkt" wird hier auf die Spitze getrieben und fast schon ironisch überzeichnet dargestellt, wobei ich das Gefühl habe, der Autor meint es wirklich ernst damit. Für eine augenzwinkernde Herangehensweise an die Bücher sind mir die Actionszenen dann doch zu ernst und blutig. Ich bin hin und her gerissen, wie ich die Romane nun finden soll. Ich einige mich mit mir selbst mal auf ein überwiegend heiter bis romantisch mit blutigen, längeren Gewittern zwischendurch.
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