Samstag, 31. Oktober 2015

Leseliste Oktober 2015


  • Carmichael, Talia: Detour (Something in Common Book 1) [Amazon]
    Polizist Miguel hält den Professor Robert wegen einer Verkehrsübertretung an und es funkt zwischen den beiden Männern. Unterhaltsamer Beginn einer angenehm zu lesenden Reihe um einen fröhlichen, fürsorglichen Freundeskreis.
  • Carmichael, Talia: Sparks (Something in Common Book 2) [Amazon]
    Bernie ist der schüchterne Assistent von Professor Robert aus Buch 1. Tomas aus der Rodriguez-Familie verliebt sich in ihn. Aber es ist gar nicht so einfach, Bernie zu erobern, der ein schweres Päckchen zu tragen hat.
  • Carmichael, Talia: Resonate [Amazon]
    Gerald Ramirez hält den Rockstar Bur für einen armen Schlucker. Bur hat sich aus dem Geschäft zurück gezogen  und lebt im Haus von Gerald bestem Freund, einem Witwer. Gerald ist ziemlich blind für die wahren Gegebenheiten, möchte Bur aus dem Haus graulen, kann sich allerdings der Anziehungskraft von Bur nicht entziehen. Unterhaltsamer Roman um einen liebenswerten Ignoranten, der es eigentlich gut meint.
  • Cates, Skylar M.: Here for you [Amazon]
    Barmann Cole bekommt seine Liebe zu dem Anwalt Ian nach dem Tod eines seiner Mitbewohner nicht auf die Reihe. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil sein Mitbewohner in Ian verliebt war (der aber nicht in ihn und es gab auch keine Beziehung). Das Buch war für mich einfach quälend. Liebesverweigerung an allen Ecken und Enden, die Gründe dafür konnten mich nicht überzeugen.
  • Grey, Andrew: Fire and Ice (Carlisle Cops Book 2) [Rezension]
    Carter ist ein Computerspezialist bei der Polizei, der aber viel lieber ein ganz normaler Cop sein möchte und daher die Police-Academy durchlaufen hat ...

  • Grey, Andrew: Love Comes Silently [Amazon englischer Version] [Amazon deutsche Version]
    Sanftes, ruhiges Buch über einen gestressten, alleinerziehenden Vater, dessen kleine Tochter Leukämie hat und der in seinem Nachbarn große Hilfe und eine neue Liebe findet.

  • Hazard, Alessandra: Just a Bit Twisted [Amazon]
    Ein Student versucht, das Wohlwollen seines sexy, grummeligen Professors duch Sex zu erringen. Der Professor schmeißt ihn erst raus und nimmt das Angebot dann doch zu seinen Bedingungen an. Er engagiert den Studenten als eine Art Callboy. Die Ausgangslage ist denkbar unsympathisch, trotzdem weiß das Buch nach und nach zu überzeugen. Süß ist, wie der Grummel auf die kleinen Geschwister des Studenten reagiert.
  • Michael, Sean: First Steps [Amazon]
    Eigentlich sollte es in dem Buch um einen gestressten Vater gehen, der sich in Alaska in einen Park Ranger verliebt. Leider geht der Plot in endlos sich aneinander reihenden Sexszenen unter.
  • Specter Wolf, Knots, Angela: Heat [Amazon]
    Die Drachen glauben, dass Sex mit Menschen tödliche Langzeitfolgen für die Menschen hat, und deshalb hält sich Dane normalerweise von ihnen fern. Wesley ist aber so unwiderstehlich, dass Dane ihn in seiner Hitze schwängert. Na ja ... Das Thema "Mensch könnte sterben" zieht sich durch das gesamte Buch, bis eigentlich jedem klar sein sollte, dass Wesley nicht sterben wird. Nur dem Drachen eben nicht. Irgendwann nervte das, so interessant verschiedene Aspekte in dem Buch auch waren.

  • Via, A. E.: Promises Part 1 [Rezension]
    Der Kopfgeldjäger Duke ist mitte vierzig und knabbert immer noch daran, dass sein jahrelanger Gelegenheitsliebhaber Judge in einem anderen Mann seine große Liebe gefunden hat. Was er nicht ahnt, Vaughan, der Sohn seines besten Freundes und Kollegen Quick, liebt ihn schon ewig ...


Dienstag, 13. Oktober 2015

Fire and Ice von Andrew Grey


Gelesen/gehört: Fire and Ice von Andrew Grey
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Erotischte Taktrate: Darum geht es nicht in diesem Buch
Schmelzfaktor: Extrem hoch
Eindruck in einem Satz: Das beste Buch von Andrew Grey, das ich bisher gelesen habe.
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Carter ist ein Computerspezialist bei der Polizei, der aber viel lieber ein ganz normaler Cop sein möchte und daher die Police-Academy durchlaufen hat. Auch wenn er die meiste Zeit im Büro sitzt und die Recherchearbeit macht, darf er hin und wieder mit raus auf Streife. An einem dieser Tage wird er zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen. Als die Lage gesichert ist und der Gewalttäter abgeführt wurde, findet Carter auf einem Dachboden den kleinen und überaus verängstigten Alex. Es gelingt ihm, den Jungen zu beruhigen, der sich alsbald an ihn klammert.

Mit dem herbeigerufenen Sozialarbeiter Donald hatte Carter eine leidenschaftliche Wochenendkurzaffäre. Es liegt nicht an ihm, dass daraus nicht mehr geworden ist. Donald lässt sich nie auf Beziehungen ein und wird von seinen Kollegen wegen seines distanzierten Verhaltens auch Ice genannt. Donald findet über das Wochenende keine Pflegefamilie und ist daher gezwungen, Alex in ein Heim zu geben, was Carter allerdings ü b e r h a u p t nicht einsieht. Er fordert Donald durch scharfe Argumente heraus und am Ende übernimmt Donald die Wochenenpflege für Alex selbst. Das darf er, er ist auch als Pflegevater im System eingetragen.

Natürlich hilft ihm Carter dabei, den verschreckten Jungen zu beruhigen und schließlich übernachtet Carter auf Donalds Couch.

"Fire and Ice" ist ein stiller Roman ohne vordergründige Action, dafür aber mit sehr viel Herz und Verständnis des Themas bei der Sache. Ein bisschen schont uns der Autor, was auf den Filmen zu sehen ist, die die Polizei beim Gewalttäter findet. Alex wurde systematisch verprügelt und das wurde aufgenommen und innerhalb eines illegalen Rings verkauft bzw. getauscht. Na ja - man muss nicht unbedingt in einem solchen Roman Butter bei die Fische geben, eindringlich genug ist er auch so.

Wir erleben Carter und Donald hin und her gerissen zwischen der Pflicht (sich nicht zu sehr auf den Einzelfall einzulassen) und ihren Emotionen (haben sie den kleinen Alex doch schon tief in ihr Herz geschlossen). Außerdem ist da noch die offene Frage, weshalb Donald Carter nach ihrem heißen Wochenende nicht mehr sehen wollte. In das Thema beißt sich Carter richtig fest und Donalds Fassade bröckelt Stück für Stück.

"Fire and Ice" ist ein sehr feines Buch, in dem die Figuren miteinander reden. Andrew Grey lässt seine üblichen Tricks in der Kiste und setzt sich wirklich und ernsthaft ohne künstlich konstruierte Wendungen mit dem Thema auseinander. Am Ende darf`s dann auch ein bisschen sehr dick aufgetragen sein.
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Gambling Men von Amy Lane


Gelesen: Gambling Men von Amy Lane
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Erotische Taktrate: Hoch
Schmelzfaktor: Heiß
Eindruck in einem Satz: Erotisches Spiel nach Pokerregeln
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Quent und Jace kennen sich seit dem Studium, wo sie in einem Zimmer gelebt haben. Nach ihrem Abschluss gründeten sie gemeinsam ein Unternehmen. Jace wurde von einem fürsorglichen Onkel erzogen, der eine Leidenschaft für das Pokern hatte und seinem Neffen die Regeln schon ganz früh beigebracht hat. Jace hangelt sich sein ganzes Leben an diesen Pokerregeln entlang und richtet sein Verhalten danach aus. Er liebt Quent leidenschaftlich und dieser liebt ihn heimlich zurück. Als Jace eines Tages im Umkleideraum ihres Sportcenters erkennt, dass Quent sexuell auf ihn reagiert, eröffnet er das Spiel mit einer Art Pokerzug ...

Das Buch ist ein bisschen schräg, aber sehr charmant. Eigentlich gibt es keine Probleme zwischen den beiden Männern, sie lieben sich schon lange, bevor sie zusammenkommen. Warum das dann doch Jahre gedauert hat, entzog sich im Prinzip meiner Wahrnehmung. Es brauchte eben eines Anstoßes und als sie dann gestoßen haben, also nackt und ... ähem ... schnackelte es auch mit der Beziehung. Jedes Kapitel ist eine Art Pokerspiel, nur eben ohne Karten. Die Männer "verhandeln" die Bedingungen ihres Zusammenlebens eben "spielerisch". So selbstbewusst Jace auch ist, bei Quent zeigt er eine niedliche emotionale Unsicherheit, die er eben mit dem Pokern zu verstecken trachtet. Das Buch bietet lockere erotische Unterhaltung mit dem Kick Leidenschaft und einer Prise Ernsthaftigkeit.
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Teach me von Sloan Johnson


Gehört: Teach me von Sloan Johnson
Sprache: Englisch (einfacher Schwierigkeitsgrad)
Übersetzung: Nein
Erotische Taktrate: Gering
Schmelzfaktor: In dem Buch geht es nicht ums Wegschmelzen
Eindruck in einem Satz: Kein cosy Buch, aber ein gutes.
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Der aus reicher Familie stammende, zwanzigjährige Austin wird von seinem Vater ohne Geld und Auto vor die Tür gesetzt, als er sich seinen Eltern gegenüber als schwul outet. Er hat noch ein Zimmer an der Universität, aber als die Semesterferien beginnen, landet er auf der Straße. Zum Glück nimmt ihn der nur wenig ältere Obdachlose Casey unter seine Fittiche und so lernt er, auf der Straße zu überleben und sich mit Gelegenheitsjobs etwas zu verdienen. Das Geld spart er eisern für die Studiengebühren des nächsten Semesters.

Um den Handwerkern, die an der Sanierung seines Hauses arbeiten, Beine zu machen, arbeitet der fünfunddreißigjährige, attraktive Universitätsprofessor David einfach mit. Er will so schnell wie möglich dort einziehen, weil er es satt hat, im Hotel zu wohnen. Ihm fällt der fleißige, aber sehr zurückhaltende Aushilfsbauarbeiter Austin auf und die beiden so unterschiedlichen Männer freunden sich an. wobei das zunächst von David forciert wird, der sich Austin verknallt. Austin mag die ruhige Art des älteren Mannes und er verliebt sich ebenfalls.

Nein, nein, dieses Buch hat keinen Sugardaddyplot. Zwar spielt der Altersunterschied schon eine recht wichtige Rolle, aber über Wochen weiß David gar nicht, dass Austin obdachlos ist, weil der zu stolz ist, um sich ihm zu offenbaren. Nach und nach kommt das aber dann doch heraus und David nimmt den Widerstrebenden bei sich auf.

Austin ist jung und stolz und traut seinem neuen Glück nicht. Immer befürchtet er, von David verlassen zu werden, der nicht müde wird, ihm das Gegenteil zu versichern. Auch David hatte eine schwere Kindheit und Jugend und sein jetziger Lebensstandard ist ihm nicht in den Schoß gefallen. Als Austin erfährt, dass sein Lover Professor ist (und dann auch noch an der Uni, an der Austin eingeschrieben ist), freakt er erst einmal aus. Also Austin freakt öfter und David ist derjenige, der alles zusammenhält. Daraus ergeben sich wieder neue Konflikte, weil Austin sich nicht gängeln lassen will.

Das Buch erzählt eine interessante und intensive Geschichte über zwei Männer, die versuchen, trotz der äußeren Umstände und erheblicher Unterschiede eine Beziehung zu führen. Austin besteht darauf, seiner Jugend entsprechend Fehler machen zu dürfen, er will sie sich von dem erfahrenen David nicht abnehmen lassen - und das versteht David einfach nicht so richtig. Die Sache mit Austin ist seine erste richtige Beziehung (vorher kam für ihn immer die Karriere an erster Stelle, die Gründe liegen in seiner Jugend). An einigen Stellen ist er also genauso unerfahren wie Austin.

"Teach me" ist kein leichtes Buch. Es spricht Probleme an, für die es keine einfachen Lösungen gibt, manchmal konnte ich mich einfach nicht entscheiden, für welche Seite ich Sympathie entwickeln sollte. Der beste Freund von David bringt es irgendwann in einem Gespräch auf den Punkt: In Beziehungen kommt man sich auch regelmäßig in die Haare, der andere kann einen nerven oder zur Weißglut treiben. Und wenn man sich dann trotzdem ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann, weil es einem das Herz zerreißen würde, wenn er plötzlich weg wäre, dann ist das Liebe. (So ungefähr, jedenfalls, ich zitiere gerade aus dem Gedächtnis.)

Sloan Johnson hat einen sehr minutiösen Erzähstil, der mir lesenderweise mehr auf die Nerven geht (beispielsweise in dem eigentlich schönen Buch "Dance with Destiny"), als in einem Hörbuch, das von mir smooth und ohne Beanstandungen weggehört worden ist. Also wer Tiefe in Büchern mag, hier bekommt er/sie welche - Tiiife, Tiiiiife und noch mehr Tiiiiiiiiiiife.
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