Sonntag, 29. November 2015

Boxhandschuhe und Seidenkrawatte von Coco Zinva


Gelesen: Boxhandschuhe und Seidenkrawatte von Coco Zinva
Sprache: Deutsch
Erotische Taktrate/Schmelzfaktor: Heiß
Eindruck in einem Satz: Ein Mann zwischen Verantwortungsdruck und Liebe
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Der junge Konzernerbe Brian verliebt sich in den etwas älteren Barmann Tom, einen ehemaligen Straftäter. Brian ist nicht out und so wird die sich immer heißer und enger entwickelnde Beziehung zu einem Eiertanz für beide Männer.

In Zeiten, in denen sich schon Chefs internationaler amerikanischer Konzerne als schwul outen und davon die Wirtschaftswelt nicht untergeht, wird es für Autorinnen immer schwieriger, den ängstlich um sein Image bedachten Firmenvorstand im Schrank glaubwürdig im Roman darzustellen. Ich bin mit gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen. Klar, es ist immer noch die Ausnahme, dass jemand an der Spitze offen damit umgeht, schwul zu sein. Dennoch habe ich moderne Entwicklungen natürlich im Hinterkopf, wenn ich mich als Leserin an solche Plots wage.

Coco Zinva schafft es, das Thema zeitgemäß und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl umzusetzen. Die Ängste und Probleme von Brian sind nachvollziehbar und resultieren nicht aus einer Feigheit. Innerlich steht er schon zu sich und seinen Wünschen. Hineingeboren in die reiche Familie Heydegger lernte er schon früh, viel Verantwortung auf seinen Schultern tragen zu müssen. Nach außen scheint er nur der kühle Firmenboss zu sein, der seinen Reichtum genießt, aber er macht sich Gedanken um Arbeitsplätze und Menschen. Brian hat ein soziales Gewissen. Und er glaubt, mit einem Outing, dem Konzern zu schaden. Zum Glück hat er mit seiner Schwester Nina eine taffe Frau als Pressesprecherin, die das Ding schon wuppen würde, sollte er über seinen Schatten springen wollen.

Tom hatte es nie leicht im Leben. Dennoch ruht er in sich und gibt Brian auch immer wieder Chancen, wenn der aus Stress und Überarbeitung Dummheiten begeht, die Tom verletzen.

Es war wunderschön zu lesen, wie die beiden zusammenwachsen und sich zu einem unschlagbaren Team entwickeln.

Nina bekommt bald mit "Boxhandschuhe und Perlenkette" ein eigenes Buch, das ich auf jeden Fall lesen möchte.
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Mittwoch, 25. November 2015

Mischa und der böse Wolf von Elena King


Gelesen: Mischa und der böse Wolf von Elena King
Sprache: Deutsch
Erotische Taktrate: Angenehm
Schmelzfaktor: Liebenswert
Eindruck in einem Satz: Trotz der Kürze des Miniwerks gewinnen die Charaktere an Kontur und Individualität und man fühlt mit ihnen mit.
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Mischa und der Böse Wolf habe ich mir trotz einiger nicht ganz so wohlmeinender Rezensionen nach einer Leseprobe gekauft, die es mir gleich angetan hat. Die Shiftergeschichte mit dem Alphasheriff, der einen Verfolgten beschützen möchte, ist im Präsens geschrieben, was ich nicht so mag, hier passte die Zeitform aber, um deutlich zu machen, wie gehetzt der junge Flüchtende Mischa sich fühlt. Wir werden dicht an die Emotionen der Figuren herangeführt.

Die Autorin greift den Stereotypen Wolfswandler auf und macht etwas ganz Bezauberndes daraus. Stilistisch ist die Sprache nicht immer rund, da mögen die strengen Kritiker schon recht haben. Ehrlich gesagt hat mich das kein bisschen im Lesefluss stolpern lassen, weil die gefühlsmäßige Hinwendung der beiden Hauptpersonen zueinander so spannend zu lesen war. Bei Shiftergeschichten werden die beiden vom "Erkennen" Gepackten natürlich auch von ihren Instinkten zueinander getrieben. Der Autorin gelingt es dennoch, in den Sexszenen eine aufkeimende Zuneigung so viel wichtiger zu machen als das Instinktive.

Wie es normal für ein Werk in Kurzform ist, werden viele dramaturgische Elemente nur angerissen. Wer ewige Selbstzweifeldiskussionen bei einem widerwillig Liebenden erwartet, bevor es dann zum Akt kommt, wird hier nicht fündig werden. Andererseits hatte ich auch nicht den Eindruck, durch die Geschichte gehetzt zu werden. Es handelt sich wohl um den Anfang einer Reihe (Geschichten aus Woodland) und ich bin gespannt auf das zweite Buch.
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You are the Reason von Renae Kaye


Gelesen: You are the Reason von Renae Kaye
Reihe: The Tav
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Erotische Taktrate: Die Autorin geht das Thema Sex in diesem Buch eher humorvoll/kuschelig an.
Eindruck in einem Satz: Liebenswerter Roman zum Thema Crossdressing und zu sich selbst stehen.
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Davo, ein Vertreter für australische Baumaterialien (oder so ähnlich, sein genauer Beruf ist "Lost in Translation") trifft in seiner Stammkneipe eine hübsche, junge Frau, die er ungemein attraktiv findet. Das ist ihm nicht geheuer, weil er schwul ist. Dennoch lässt er sich auf weitere Treffen ein. Lee gesteht ihm dann, dass er eigentlich ein Mann ist und im Kleid erschienen ist, um einen schüchternen Transexuellen zu unterstützen.

Wusch - davon ist Davo erst einmal geplättet. Er braucht ein paar Wochen, bis er seine Verwirrung wieder eingefangen bekommt. Schließlich ruft er Lee an, damit dieser ihm beim Babyhüten hilft. Die Tochter von Jake und Patrick aus "The Blinding Light" ist nicht ganz einfach zu windeln. Öh ... das verdreckte Baby war mir zu anschaulich beschrieben ...

Jedenfalls kommen sich Davo und Lee näher und Davo öffnet sich nach und nach der Möglichkeit, einen Crossdresser als Freund zu haben, obwohl er alles Rosafarbene und Mädchenhafte ablehnt.

You are the Reason ist in vielerlei Hinsicht amüsant und streckenweise herzerweichend geschrieben. Einige Umstände haben mich aber genervt. So hat Davo beispielsweise eine Art Vorhersagespielzeug, das er regelmäßig schüttelt und von den Antworten seine Entscheidungen abhängig macht. Ich weiß gar nicht, was das sollte. Mir hat sich der tiefere Zusammenhang mit der Handlung nicht erschlossen. Er war jetzt auch nicht unbedingt abergläubisch. Die Familie von Lee ist ... hm ... liebenswert, aber völlig aus einer anderen Romanwelt gegriffen. Manchmal kam mir der Roman vor, als hätte die Autorin einfach ein paar Allerweltsberufe auf Lose geschrieben und sie dann aus dem Hut gezogen. Das gepaart mit einer reichen Familie und ab geht die Luzi. Nee, das war leider nur schräg, auf mich wirkte das nicht amüsant, eher irritierend.

Das Buch zu lesen hat mir Freude bereitet und streckenweise funktionierte der Humor. Mein Lieblingsroman der Autorin ist es nicht.
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