Donnerstag, 17. Dezember 2015

Bound to you von G. A. Hauser


Gelesen: Bound to you von G. A. Hauser
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel (es gab doch mehr Vokabeln als sonst, die ich nachschlagen musste)
Reihe: Nicht offiziell, aber es treten Nebenfiguren auf, die in dem Buch Cops die Hauptfiguren waren.
Erotische Taktrate: Heiß und leidenschaftlich
Schmelzfaktor: Hm ...
Eindruck in einem Satz: Eckig, leidenschaftlich, humorvoll - ein Buch jenseits von Romantik, aber mit viel Liebe
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Casey und Finn dienen in Afghanistan als Privats und sind die besten Freunde. Finn ist schwul und liebt Casey, Casey liebt Finn auch, aber nicht körperlich. Es kommt im Armeelager zu einem gelegentlichen Austausch von Zärtlichkeiten, wobei Finn eher der Gebende und Casey der Nehmende ist. Als die Verlobte von Casey ihn verlässt, wirkt das auf ihn zerschmetternd. Im Buch wird angedeutet, dass er sie wirklich geliebt hat.

Zurück in den USA und als Zivilisten geht Finn nach Los Angeles und beginnt dort ein Therapeutenstudium, während Casey in seine Heimatregion nach Seattle zieht, wo er bei einer Cousine ein klägliches Dasein als Säufer fristet.

Die Cousine verzweifelt über den Zustand von Casey, schnappt sich heimlich sein Handy, in der Hoffnung, dort einen Kontakt zu finden, der ihrem Cousin weiterhelfen kann. Sie findet unter dem Eintrag love Finns Telefonnummer und ruft ihn an. Finn, der sich nach Casey verzehrt hat, überredet diesen, nach Los Angeles zu ziehen. Und so beginnt ein erotischer Kampf zwischen den Männern, der ihnen vielleicht mehr abverlangt, als sie tragen können ...

G. A. Hauser ist eine Autorin, die bestimmte Aspekte ihrer Bücher nah an der Realität ansiedelt. Das macht ihre Romane teilweise etwas eckig. Wenn sie jetzt eine wahnsinnig leidenschaftliche Liebesszene einleitet, fängt man schon an zu schmelzen und dann ... puff ... geht der eine erst einmal ins Bad, um sich für Analverkehr vorzubereiten, auf so eine technisch-medizinische Art und Weise. Das wird zwar nur angedeutet, aber natürlich ist beim Leser der Spannungsmoment dann verpufft. Da fehlt einfach der romantische Filter liebevoller Imagination, die der Sache den letzten Schmelzschliff gibt.

Andererseits finde ich es toll, wenn sich beispielsweise Casey lange ziert, Finn einen Blowjob zu geben, weil er das erst einmal unappetitlich findet und schon gar nicht Sperma schlucken möchte. Also annehmen tut er den natürlich super gerne. Die beiden zicken sich in solchen Situationen gegenseitig an und doch spürt man die unerschütterliche Liebe, die sich hinter diesen rauen Wortgefechten verbirgt. Hier liegt die eigentliche Stärke des Buchs. Der Kampf, verbal oder auch schon einmal körperlich, lässt nie Zweifel daran, wie sehr sie sich lieben und die beiden Männer stellen ihre Liebe zueinander auch gar nicht infrage. Wenn es nur um die Liebe gehen würde, wäre der Plot dann auch schnell erzählt. Aber die Männer schleppen so viel seelischen Ballast mit sich, dass sie sich freistrampeln und -boxen müssen. In explosiv aufgeladenen Situationen wenden sie sich manchmal gegeneinander, manchmal gegen sich selbst. PTBS lässt grüßen. Ich fand es ungeheuer spannend zu lesen, wie sich das alles entwickelt. Es gibt neben den rauen Szenen auch so viele zärtliche Momente. Das Buch überspitzt die Probleme der Figuren nicht in absonderliche Romandramen. Das, was sie durchmachen, fühlt sich natürlich an und war für mich auch so wahnsinnig spannend zu lesen.

Insofern ist G. A. Hausers Realitätssinn in ihren Büchern also auch eine große Stärke. Die Wendungen werden nicht künstlich herbeigezerrt, sie ergeben sich aus den Charaktereigenschaften, aus der Vergangenheit, den Ängsten und den Wünschen der Figuren und natürlich auch aus äußeren Ereignissen, denen sie ausgesetzt werden.

Ich habe nun zwei Bücher der Autorin gelesen und habe nicht das Gefühl, dass sie etwas zum Träumen wären. Die bisherigen Figuren, die ich bei ihr kennengelernt habe, waren heiß und männlich und natürlich gibt es auch leidenschaftliche Liebesszenen. G. A. Hausers Figuren sind Männer mit Ecken und Kanten, aber manchmal auch zur Zärtlichkeit fähig. Ihr Sex ist zupackend. Da ist schon was zum Anheizen dabei. Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich eigentlich nur wegen der sexy Lackhose des Manns auf dem Cover (nicht, dass ich sein Gesicht so anziehend finden würde). Vermutlich wird das bei mir mit den Büchern der Autorin so bleiben. Es wird Elemente geben, die ich wahnsinnig spannend und sexy finde und andere Aspekte darin werden mir nicht gefallen. Für mich hat sich die Lektüre des Buchs auf jeden Fall gelohnt, auch schon wegen des trockenen Humors, der darin vorkommt, und ich bin jetzt wahnsinnig neugierig auf ihr Buch Cops. Vielleicht lege ich sogar ein G. A. Hauser Special ein.
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