Mittwoch, 27. Januar 2016

Kolumne: Der verloren gegangene Love Interest

Ich weiß ja nicht, wie es anderen Lesern und Leserinnen von Liebesromanen geht. Ich für meinen Teil bestehe darauf, dass diejenigen, die zu einem Paar werden sollen, auch ausreichend gemeinsame Auftritte haben.

Letztens las ich einen Roman mit einem langen Vorlauf. Erst wurde ellenlang das Leben des einen Charas dargstellt, dann das Leben des anderen. (Diese Autorin macht das eigentlich immer so.) Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Figuren sich dann endlich treffen.

In einem anderen Buch, das noch auf meiner Wunschliste steht, ich weiß nicht, ob ich es jemals lesen werde (und das wird jetzt ein Schachtelsatz ...)
In diesem Buch jedenfalls wird die eine Figur nach ungefähr der Hälfte der Handlung entführt und bis sie dann befreit wird, ist das Buch fast rum. Ich weiß das aus einer Rezension.

Dann gibt es noch so eigenwillige Leute, die dem Love Interest weglaufen und sich viele, viele Kapitel vor ihm verstecken (oder in einem Kriminalfall unbedingt alleine ermitteln wollen etc., etc. etc.).

Natürlich kann man als Autor die Figuren nicht zu hundert Prozent zusammen agieren lassen, sonst hat man eine Art Kammerstück. Als Leserin von Liebesromanen interessiere ich mich aber für die Interaktion zwischen den sich Verliebenden ... ich wiederhole: DIE INTERAKTION ZWISCHEN DEN SICH VERLIEBENDEN. Der Kram drumherum erhöht natürlich die Spannung und stellt an die Figuren Anforderungen. Sie müssen sie in erster Linie gemeinsam ... ich wiederhole ... GEMEINSAM ... bewältigen. Streben die Figuren aus dramturgischen Gründen auseinander, dann muss man sie als Autor so schnell wie möglich wieder zusammenführen. Von mir aus dürfen sie sich dann kloppen oder beschimpfen, wenn sie sich im Frühstadium noch hassen oder so.

Längere Passagen über mehrere Kapitel, in denen die Figuren nicht in irgendeiner Weise zusammen agieren, strapazieren die Geduld des am Liebesroman interessierten Lesers.

Meine Kolumne bezieht sich jetzt nur auf Bücher, deren Schwerpunkt die Liebesgeschichte bildet. Sicherlich gibt es Mischformen, beispielsweise mit dem Krimi, wo der Liebesplot nur eine schöne Nebensache ist. Solche Bücher lese ich in der Regel nicht. Manchmal werden sie einem als Liebesroman untergeschoben. Das ist dann nicht sehr nett.

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