Freitag, 29. Januar 2016

Kolumne: "Wie unrealistisch ist das denn?" oder "Passt auf, was ihr euch wünscht!"

Ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen, dass Männer in Gayromances keine Hämorrhoiden haben? Statistisch betrachtet ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Ich jedenfalls habe noch keine Gayromance gelesen, in der einer der Partner dem anderen den Analverkehr aus eben jenem Grund verweigert hätte. Die kleinen und größeren Zipperlein des Alltags kommen einfach nicht vor.
In "Der Weihnachtssheriff" hatte ich für einen Moment erwogen, den Sheriff diese peinliche Hämorrhoiden anzudichten, schließlich ist er schon über Vierzig. Andererseits ist er ein Mann der sich fit hält. Ob das Buch so gut angekommen wäre, wenn ich diesen spontanen Gedanken wirklich in die Tat umgesetzt hätte?

Die Autorin G. A. Hauser lässt ihre Protagonisten gerne vorher im Bad verschwinden und auf die Toilette gehen, um sich für den Analverkehr vorzubereiten. Das kommt bestimmt im wahren Leben recht häufig vor, in der Gayromance wirkt es aber eher in einer romantischen Situation abturnend für den Leser.

Romanwelten zum Träumen haben ihre eigene Wirklichkeit. In ihnen gibt es keine eingewachsenen Zehnägel, die Frauen haben nie ihre Tage und die Männer sind alle stark und beschützend. Am Morgen ist nie die Blase voll, da gibt es wunderbar romantischen Kuschelsex. Sperma schmeckt dort appetitlich und jedenfalls bei den englischsprachigen Gayromances sind Szenen mit Anilingus fast schon die Regel. Guten Appetit!

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