Freitag, 25. März 2016

Aus meinem Blogalltag

  • Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?

    Ich blogge grundsätzlich über jedes Buch, das ich lese. Entweder bekommt es eine eigene Rezension oder in der monatlichen Leseliste ein paar Worte von mir.

  • Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?

    Die Inspiration für die Rezensionen kommt natürlich aus den Büchern, schreibe ich eine Kolumne, hat sich das Thema in mir schon seit längerer Zeit aufgebaut und will heraus.

  • Was willst du mit deinem Blog erreichen?

    Die Erhöhung der Sichtbarkeit von Gaybooks.

  • Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?

    Hm ... Ich lege keine Stoppuhr daneben. Eine Rezension verfasse ich ungefähr innerhalb von dreißig Minuten inklusive Besorgung und Einarbeitung des Coverbildes. Meine monatliche Leseliste dauert länger. Jedes Mal nehme ich mir vor, ein gelesenes Buch gleich in die Liste aufzunehmen. Dann schreibe ich die Liste doch wieder erst am Anfang des nächsten Monats. Das dauert dann.

    Mein Zeitaufwand für die Kolumnen ist unterschiedlich. Es kommt darauf an, ob ich dafür recherchieren muss oder ob ich sie aus dem Bauch heraus schreibe.

  • Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?

    Nicht so oft. Im Februar hatte ich eine Lesekrise, da habe ich nur dreimal gebloggt.

  • Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?

    Ich blogge mindestens einmal im Monat, nämlich die monatliche Leseliste.

  • Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?

    Nö.

  • Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?

    Am Anfang eines Monats lege ich mir in der Entwurfsfassung die Leseliste für den aktuellen Monat an. Leider führe ich sie nur schlampig (siehe oben).

  • Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?

    Wenn mir ein Thema so wichtig ist, dass ich es mir merken möchte, lege ich es als Entwurf an.

  • Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?

    Risikooo! Ich schreibe es direkt in Facebook und übertrage es dann nach Blogger. Das könnte natürlich auch schief gehen.

  • Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?

    Ich blogge ja keine hundertseitigen Beiträge. Daher schreibe ich die Beiträge in einem Zug.

  • Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?

    Ich habe einmal eine Kolumne auf Facebook zurück genommen, weil ich sie zwar anonymisiert hatte, es aber trotzdem offensichtlich war, welches gerade herausgekommene Buch mich zu diesem Beitrag "inspiriert" hat. Da die Kolumne keine Kritik an dem Buch oder der Autorin sein sollte, habe ich den Beitrag unsichtbar gemacht.

    Es gibt in der Gayromance-Literatur (wie in allen Genres) bestimmte wiederkehrende Selbstläufer in der Stilistik und/oder beim Inhalt. Das in Kolumnen anzusprechen, ist immer ein heikler Schritt, besonders, wenn man, wie ich, selbst Bücher schreibt.

  • Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?

    An meinem Rechner am Schreibtisch. Ich bin zu unordentlich, um davon ein Bild machen zu können.

  • Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?

    Alleine! Geplant war der Blog als Gemeinschaftsprojekt, was sich nicht verwirklichen ließ.

  • Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf? Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?

    Derzeit nehme ich die offiziellen Produktbilder, keine eigenen Fotos.

  • Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?

    Ich akzeptiere Rezensionsexemplare ganz selten und fordere auch keine an. Im Prinzip habe ich nichts dagegen, freundliche Rezensionen zu schreiben, man kann Kritik auch zuckersüß verpacken. Mag ich ein Buch überhaupt nicht, breche ich es im Regelfall ab. Bei Rezensionsexemplaren fühle ich mich verpflichtet, es bis zum Ende durchzulesen. Das nervt dann.

  • Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?

    Ohne Social Media geht es für Autoren heute nicht mehr, denke ich. Je nachdem, wie viel Publikum man für seinen Blog haben möchte, ist es auch für Blogger wichtig. Man kann einen Blog natürlich auch ganz ohne Werbung führen und hoffen, dass Querverbindungen innerhalb der Bloggerszene zu mehr Lesern führen.

  • Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?

    Fünf Minuten pro Beitrag.

  • Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?

    Was soll ich denn da recherchieren? Man kann natürlich noch den Link zum Blog oder zur Homepage des jeweiligen Autors hinzufügen.

  • Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?

    Hm ... Das kam schon vor.

  • Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben? Wie groß ist dieser Einfluss?

    Da ich mich nicht als Sprachrohr von Verlagen betrachte, beeinflussen die mich nicht. Ich lese gerne Rezensionen meiner bevorzugten Genres bei anderen Bloggern und gelegentlich inspirieren mich ihre Buchbesprechungen zum Kauf.

  • Wie entscheidend ist für die die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?

    Ah, diese Frage finde ich stark von den Verlagen beeinflusst, die natürlich daran interessiert sind, ihre Neuerscheinungen zu promoten. Ein gutes Buch ist ein gutes Buch, egal, ob es neu, alt oder uralt ist. Mir ist der Erscheinungszeitpunkt egal.

Diese Aktion wurde gestartet von Lesestunden.

Samstag, 12. März 2016

Broken von Nicola Haken


Gelesen: Broken von Nicola Haken
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Schwierigkeitsgrad: Normal
Erotische Taktrate: Moderat
Schmelzfaktor: Hach ja - ergreifend
Eindruck in einem Satz: Das schwarze Loch in James Seele
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Achtung! Da ein wichtiger Aspekt des Buchs im Klappentext nicht erwähnt wird, ich ihn aber anspreche, könnten einige Leser dieser Rezension sie als SPOILER empfinden. Wer das nicht mag, der lese sie nicht!!!

Platz zum Überlegen.

Theodore Davenport ist ein junger Selfpublisher für Romanzen, der eine Art Aushilfstätigkeit bei einem Verlag namens Holden House Publishing beginnt. Er ist der Junge für Alles. Theo ist Single und One Night Stands oder anonyme Sexabenteuer in Bars sind nicht sein Fall. Als er eines Abends mit den Kollegen ausgeht, ist er schon ganz schön angeheitert, als er auf der Toilette einem wahnsinnig gut aussehenden Mann nicht widerstehen kann, der ihn in einer Toilettenkabine im Sturm erobert.

Die nächsten Tage ist Theo wütend auf sich selbst, von seinen Prinzipien abgewichen zu sein und sehnt sich gleichzeitig nach dem Fremden, der ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Auf Arbeit steht er diesem Fremden plötzlich gegenüber. Es ist der Eigentümer und Geschäftsführer des Verlags, James Holden.

James birgt ein Geheimnis tief in sich und hatte noch nie einen Freund. Sex holt er sich nur bei One Night Stands und anonymen Begegnungen. Bis er Theodore begegnet, der einen analytischen Verstand hat und es versteht, hinter seine Fassade zu blicken. James sehnt sich unsäglich nach Theo und beginnt, den widerstrebenden Mann zu umwerben. Dabei muss James an zwei Fronten kämpfen. Einmal muss er sich selbst zugestehen, wert genug für die Liebe eines anderen Menschen zu sein, darüber hinaus fällt ihm Theo auch nicht gleich in die Arme. Theo hält ihn für arrogant und das ist er ja auch.

Arroganz ist ein Wesenszug von James, aber auch seine Mauer, die andere auf Distanz halten soll. Man merkt früh in dem Buch, dass etwas mit James nicht stimmt, seine Stimmungsschwankungen sind einfach zu heftig. Jedenfalls managt er es mit übermenschlicher Kraft, die er eigentlich gar nicht hat, Theo für sich zu gewinnen und sich nicht von dem schwarzen Loch ansaugen zu lassen, was in seiner Seele ständig präsent ist. James fühlt sich zerbrochen und will sich selbst Theo nicht zumuten. Andererseits findet die Liebe ihren Weg. Weil er nicht möchte, dass Theo blind in ihre Beziehung tappt, öffnet sich James das erste Mal in seinem Leben und erzählt ihm, was mit ihm los ist. James ist manisch depressiv. Theo ist schockiert, hat aber ausreichend familiären Hintergrund, um sich über diese Krankheit ausführlich zu informieren und die Entscheidung zu treffen, bei James zu bleiben. Aber James befindet sich bereits in der Abwärtsspirale und das schwarze Loch in ihm saugt ihn ein ...

Broken ist eine feinfühliges Buch über einen manisch depressiven Mann, die Reaktionen von Freunden, Familie und Lebenspartner. Es gibt ein paar dramatische Höhepunkte in dem Buch, die aber nicht auf dem Reißbrett erfunden wurden, sondern aus dem Leben gegriffen zu sein scheinen. Teilweise hätte ich heulen können, wie sehr James litt und wie lange es dauerte, bis seine Krankheit nicht nur diagnostiziert wurde, sondern er die richtige Behandlung bekam.

Wenn die Seele kaputt ist, ob aus Traumata resultierend oder aufgrund eines chemischen Ungleichgewichts, kann man das nicht sehen, wie ein gebrochenes Bein oder eine Verbrennung. Ärzte sind teilweise ignorant, Familienangehörige schockierend unsensibel. So sagt beispielsweise James Mutter in einer Szene zu ihrem Sohn: "Meine Freundin, die hat Brustkrebs und kämpft dagegen an. Das sind Probleme! Also stell dich nicht so an!"

Du liebe Himmel! Leider sind solche Verhaltensweisen keine absurde Beschreibung der Autorin, sondern bittere Realität.

Keine Angst, ihr Lieben, das Buch hat ein hoffnungsvolles Ende. Nicht verzagen! Lesen!
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Freitag, 11. März 2016

Leseliste Februar 2016

  • Amor, Meg: the Hawaiian Orchid Amazon
    Ach, ich hab`s nur quergelesen, weil ich irgendwie nicht in Stimmung war. Das Buch bietet eine Menge polynesisches Lokalkolorit.
  • Arran, Isabelle: Last Chance in Las Vegas Amazon
    Kaum hatte ich das Buch auf dem Reader, als mir die Lust dran vergangen ist. Es liegt also auf dem Stapel ungelesener Bücher.
  • Chase, T. A.: No going Home Amazon
    Das Buch um einen gesundheitlich vorbelasteten Rancher mit dem guten Herzen und einen verunfallten Rodeo Reiter bietet recht gute, sexy Unterhaltung.
  • Lynne, Carol: Twin Temptations Amazon
    Wie der Titel schon andeutet, geht es um Zwillingsbrüder, die sich sehr, sehr, sehr gerne haben, und sich gemeinsam in eine Frau verlieben. Das Thema Twinzest wird durchaus feinfühlig in Szene gesetzt. Achtung!: Es ist ein Ménage-Liebesroman mit Happy End für alle Beteiligten, kein unheilsschwangeres Drama. Wer Bücher um Brüder nicht mag, die sich auch erotisch lieben, lasse die Finger davon.

  • Mad, Cat T.: lovesong Amazon
    Angenehm! Heruntergekommener Countrysänger kümmert sich um verzweifelten jungen Mann und findet so neuen Mut.
  • Northcote, Jay: The Law of Attraction Amazon
    Der taffe Anwalt Alec merkt einige Tage nach einem heißen One Night Stand, dass sein Abenteuer ein neuer Mitarbeiter seiner Kanzlei ist. Für mich waren die Schwierigkeiten, die Alec davon abhalten, sich zu outen, nicht nachvollziehbar. Ärgerlich!

  • Parrish, Roan: In the Middle of Somewhere Amazon
    Der Professor Daniel Mulligan hat eine schwere Kindheit hinter sich. In einer Kleinstadt verliebt er sich in den Handwerker Rex. Da er ein Problem damit hat, Vertrauen zu fassen, dauert es etwas, bis sich die beiden emotional nahe kommen.
    Das Buch ist lesenswert, allerdings sollte man sich auf viele Rückblenden einstellen. Das Buch von Daniels Bruder Colin hat mir noch besser gefallen. Da hatte ich mich an den Stil der Autorin gewöhnt. (Out of Nowhere)
  • Riley, Alex: PS ... You`re Mine (Hetero!) Amazon
    Lehrerin schreibt im Rahmen eines Projekts, Soldaten im Krieg durch die Heimat zu unterstützen, regelmäßig Briefe. Die beiden verlieben sich ineinander und als er nach Hause kommt, gibt es Chaka, Chaka, Chaka. Süß und leider viel zu kurz.

  • Tomlinson, Christa: The Detectives Pleasure Amazon
    Der junge Officer Ryan möchte gerne ins SWAT-Team, ist aber zu ambitioniert und verkrampft. Außerdem ist er unglücklich in den Teamleader verliebt, der mit einem anderen Mann zusammen ist. Der ältere Detective Sam, ein erfahrener Dom, erkennt in Ryan eine verletzte Seele und nimmt sich seiner an. Ryan ist hin und her gerissen, ob er Sam überhaupt will. Das Buch dreht sich um die Frage, wie sich der steife Ryan so locker macht, dass er SM genießt. Er definiert sich selbst als Sub, kann aber nicht aus seiner Haut heraus.
    Leider wurde ich nicht mit den Figuren warm, in ihnen steckte bis zum Schluss eine emotionale Distanz, die das Buch insgesamt kühl wirken ließ. Die dargestellten SM-Sessions sind immerhin kein Einheitsbrei.

Out of Nowhere von Roan Parrish


Gelesen: Out of Nowhere von Roan Parrish (Buch 2 von Middle of Somewhere)
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Schwierigkeitsgrad: Das Buch bietet einen recht umfangreichen Wortschatz, die Sätze sind aber nicht allzu verschnörkelt, eher der Stil.
Erotische Taktrate: Es ist kein erotisches Buch, aber ja, die Figuren sind sehr an Sex miteinander interessiert.
Schmelzfaktor: Das Buch kann einen auf vielen Ebenen packen
Eindruck in einem Satz: Verlorene Eltern, verlorene Kindheit
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Als die Frau des Automechanikers Saul (oder Sal - im Buch wird er fast immer nur Pop genannt, wer seinen Namen weiß, sage ihn mir bitte) stirbt, bricht für ihn eine Welt zusammen, er hat sie sehr geliebt. Er fällt in eine tiefe Depression und erholt sich nie wieder davon. Das ist für seine vier Söhne Sam, Colin, Brian und Daniel eine Katastrophe. Daniel, der Jüngste, ist gerade acht Jahre alt.

Erstarrt in seiner Trauer schafft Saul es gerade so, seine Söhne zu ernähren, indem er jeden Tag einen großen Topf auf den Herd stellt. Irgendwie bekommt er es mit der Zeit wohl auch mit ihrer Wäsche hin. Jeder Sohn geht auf seine eigene Art mit der Situation um. Colin, der Zweitälteste, versucht, den Vater zu beschützen. In der Weihnachtszeit fragt Daniel seinen Vater, ob sie zusammen Kekse backen können, worauf Colin fies und höhnisch antwortet, dass sei nur etwas für Mädchen, weil sein Vater bei der Frage fast zusammenbricht. In Buch 1 erfahren wir, was das mit Daniel macht.

Buch 2 widmet sich Colin. Colin möchte Pop auf keinen Fall enttäuschen und beschützt ihn, wo er nur kann. Deshalb schwingt er sich auch zu schwulenfeindlichen Tiraden gegenüber Daniel auf, als der sich als Teenager outet, obwohl er selbst schwul ist. Dass dies auf Kosten seines kleinen Bruders geht, sieht er nicht. Colins aggressive Art wirkt sich auf Brian aus, der Daniel dann auch terrorisiert.

Pop ist in seinem Denken ein eher einfach strukturierter Mann mit einer Menge Vorurteilen. Colin hinterfragt das nicht, auch wenn er sie nicht annimmt, so hat er beispielsweise einen schwarzen besten Freund, den sein Vater gar nicht leiden kann.

Als Colin Sechsunddreißig ist, säuft er zu viel und macht eine Menge Sport, um Nachts schlafen zu können. Gelegentlich geht er in eine Schwulenbar, um jemanden zu finden, der ihm einen bläst. Bei einem dieser Ausflüge wird er von zwei Männern brutal zusammengeschlagen. Ein Mann namens Rafe rettet ihn. Rafe möchte ihn nach Hause bringen, weil Colin besoffen ist, das lehnt jener aber ab. Heimlich folgt Rafe ihm.

Am nächsten Tag bringt Rafe sein Auto in die Familien-Autorwerkstatt und Colin ist erst einmal erschreckt, dann aber fasziniert von Rafe. Rafe arbeitet als Betreuer von Jugendlichen, die nach der Schule in eine Art Gemeindezentrum kommen, und bittet Colin, denen etwas über das Reparieren von Autos zu erzählen. Colin stimmt zu. Nach und nach entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden Männern und Colin öffnet sich Rafe, allerdings nur im Geheimen.

Als Pop stirbt, eskaliert die Sitation zwischen Colin und Daniel, und Colin muss sich mit seiner Kindheit und Jugend auseinandersetzen.

Out of Nowhere ist ein Buch, in dem die Deformierung von kindlichen Seelen angesprochen wird, wenn die Eltern versagen und selbst schutzbedürftig sind. Dabei geht es nicht um Effekthascherei, jedes Ereignis wirkt auf mich nachvollziehbar.

Manchmal kommen in Filmen oder Büchern Szenen vor, in denen der Vater wo auch immer hinmuss, meistens in den Krieg, und der Vater sagt dann zum kleinen Sohn: "Pass auf deine Mutter/Schwester auf, jetzt bist du der Mann im Haus."
Ich hasse das! Mir wird davon ganz übel. So eine Verantwortung auf dem Rücken eines kleinen Kindes abzuladen. Eltern sind dafür da, um ihre Kinder zu beschützen, nicht umgekehrt! Natürlich meint der Vater das nicht ernst, sondern als Trost, aber es ist trotzdem falsch.

In Rezensionen zu diesem Buch las ich, dass einige Leserinnen Colin wegen seiner fiesen Art Daniel gegenüber hassen. Mir ging das nicht so. Mir blutete das Herz über seinen eigenen Kummer.

Buch 1 gefiel mir nicht so gut. Ich denke, es liegt daran, dass die Autorin einen sehr ausufernden Erzählstil hat und ständig kleine Nebengeschichten in der Hauptgeschichte erzählt. Es sind Rückblenden, die verschiedene Verhaltensweisen erklären sollen. In Colins Buch war ich darauf vorbereitet. Colin hat mich sehr interessiert, weil er in Daniels Buch so einen verzweifelten Auftritt hatte, dass ich in seinem eigenen Buch lesen wollte, warum er so verzweifelt ist. Ich habe es nicht bereut.

Die Liebesgeschichte von Colin und Rafe ist übrigens wunderbar und wird nicht durch überflüssige Missverständnisse künstlich dramatisiert, auch, wenn nicht alles glatt geht. Nichts lenkt von dem zentralen Thema ab, wie ein in seiner Kindheit durch Vernachlässigung deformierter Mann endlich zu sich selbst findet. Es ist ein schmerzhafter Prozess. Komischerweise verlor ich beim Lesen praktisch nie die Geduld mit Colin, obwohl es wirklich sehr lange dauert, bis er aus seinem Gefängnis tritt. Das mag daran liegen, dass die Probleme, die in dem Buch beschrieben werden, nicht auf dem Reißbrett entwickelt wurden, sondern wie aus dem wahren Leben entnommen wirken. Es gibt keine übertriebenen Knalleffekte, keine künstlich verwuselten Spannungselemente, die Leserin kann sich ganz auf den Grundkonflikt konzentrieren und der bietet eine Menge Taschentuchalarm. Deshalb finde ich das Buch sehr packend.
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