Donnerstag, 14. April 2016

Dare to Hope von T. M. Smith


Gelesen: Dare to Hope von T. M. Smith
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Schwierigkeitsgrad: Angenehm zu lesen
Erotische Taktrate: Moderat
Schmelzfaktor: Sanft und zärtlich
Eindruck in einem Satz: Ein sanftes und zärtliches Buch über Freundschaft und Liebe
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Micah arbeitet als Pornodarsteller bei der menschenfreundlichen Produktionsfirma "All Cocks", obwohl ihm im Irak-Krieg bei einer Explosion ein Bein zerfetzt wurde. Die Narben an seinem Körper ließ er mit tollen Tattoos verdecken.

Gabriel verlor seinen Lebensgefährten, einen Polizisten, bei einem Gewaltakt. Er ist ein ehemaliger Pornodarsteller und arbeitet jetzt für "All Cocks" hinter der Kamera. Er und Micah verspüren eine starke Anziehungskraft füreinander, doch Gabriel trauert noch um Gio und Micah kann die Ereignisse im Irak nicht vergessen, die ihm in den Nächten Alpträume bescheren.

Beide Männer leben in der Villa der drei All Cock Chefs und pflegen eine innige Freundschaft.

Tristan stammt aus einer Polizistenfamilie, ist aber selbst Psychologe. Daher ist er in seiner Familie ein bisschen der Außenseiter. Über seinen Bruder wurde er in die große Wahlfamilie der All Cock Boys eingeführt und geht in der Villa ein und aus. Für Micah und Gabriel ist er da und behandelt sie schließlich in Gesprächstherapien.

Dare to Hope ist ein ruhiges Buch über die Freundschaft dreier Männer, die zur Liebe reift. Dabei hat die Autorin keine Eile, die Figuren miteinander in erotische Interaktion zu schreiben, das würde angesichts ihrer speziellen Situation auch gar nicht passen. Wir erleben Micah in einigen Pornoszenen mit seinen Kollegen und es ist süß zu lesen, wie fast alle sorgsam mit ihm und seinem halben Bein umgehen, was nicht nur der Tatsache geschuldet ist, dass das Bein nachher im Film möglichst nicht zu sehen sein soll. Die Therapie von Micah spielt mehr eine Rolle im Buch, als die von Gabriel, sie ist aber auch sehr intensiv. Für mich persönlich war das Buch auch deshalb spannend, weil ich mich selbst für einige meiner Romane mit dem Thema PTBS und dessen Behandlung befasst habe.

Die Männer gehen nicht leichtfertig in ihre Ménage, es gibt aber auch keine übertriebenen Dramen deshalb. Für mich fügte es sich ganz natürlich und es war so schön zu lesen, wie die drei sich immer wieder Kraft gaben und sich am Ende optimistisch ein neues Leben aufbauen.
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Sonntag, 3. April 2016

Promises Part 1 von A. E. Via


Gelesen: Promises Part 1 von A. E. Via
Reihe: Bounty Hunters
Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
Erotische Taktrate: Umständehalber nicht ganz so hoch, wie in anderen Büchern der Autorin.
Schmelzfaktor: Oha!
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Der Kopfgeldjäger Duke ist mitte vierzig und knabbert immer noch daran, dass sein jahrelanger Gelegenheitsliebhaber Judge in einem anderen Mann seine große Liebe gefunden hat. Was er nicht ahnt, Vaughan, der Sohn seines besten Freundes und Kollegen Quick, liebt ihn schon ewig. Vaughan warf in seiner Kindheit nur einen einzigen Blick auf Duke und ist seitdem hin und weg von dem starken, muskulösen Mann. Über die Jahre hinweg war Vaughans ganzes Streben, erwachsen genug zu werden, um Duke endlich umwerben zu können. Jetzt, wo er mit Anfang dreißig sein Studium und Auslandsreisen beendet hat, kehrt er nach Hause zurück, um sich endlich, endlich seinen Traum zu erfüllen.

Promises ist kein Buch, in dem es darum ginge, dass die Jugendträume, sobald sie sich erfüllen, nicht mehr so glänzen würden und sich nur als Illusion herausstellen. Duke ist wirklich so heiß, wie Vaughan denkt, und andererseits beginnt Duke, unter den Aufmerksamkeiten von Vaughan nur so dahinzuschmelzen. Was die Sache zwischen ihnen allerdings schwierig macht und das Buch nicht nach fünfzig Seiten aus ist, ach, das müsst ihr schon selbst lesen. Hier weiß ich wirklich nicht, was ich schreiben soll, ohne zu spoilern.

Gott, als die Story am dramatischen Wendepunkt ankam, musste ich mir ein paar Tränen abwischen. Also ehrlich. Seufz ... Fassungslos hatte ich fast ein wenig Angst, dass sich eine Tragödie abzeichnet ...

Hier schmelzen die Liebesszenen die Leserschaft anders, als man denkt - umständehalber. Heiß brennt die Liebe dennoch.
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Freitag, 1. April 2016

Leseliste März 2016


  • Alexander, R. G.: The Finn Factor [Vorstellung der Buchserie]
    Die Buchserie "The Finn Factor" von R. G. Alexander besteht derzeit aus fünf Bänden, wobei Amazon den fünften noch nicht ins Bundle eingepflegt hat ...

  • Allan, Pauline: Savior: A Tattered Club Story [Amazon]
    Eine recht ansprechende Geschichte über einen rauen Tätowierer, der nicht schwul sein will und sich trotzdem in einen jungen Studenten verliebt.
  • C. Cardeno: Johnnie [Rezension]
    Der Superduper-Löwenkönig Hugh ist so mächtig, dass er seine Superkräfte nicht mehr alleine in seinem Körper tragen kann ...

  • Calmes, Mary: Lay it down [Rezension]
    Hudsons Zwillingsbruder Dalvon ist der Geliebte eines Milliardärs und lebt auf Ibiza ...
  • Cayto, Samantha: The Captain`s Pet [Rezension]
    Der menschliche Kolonist Wid findet sich mit einigen jungen Männern aus seiner Freundesgruppe als Sklave auf einem Travian-Kriegsschiff wieder, wo er als Sexsklave des Kapitäns beansprucht wird ...
  • Cooper, Lexxie: Revving It Up [Amazon]:
    Das Buch war meine Enttäuschung des Monats. Lexxie Couper schreibt Hetero- und Gayromances, ihre Ménagebücher sind auch hot. In diesem Buch gibt es allerdings keinen sexuellen Kontakt zwischen den Männern. Ich weiß natürlich, dass dies ein Untergenre von Heteroromanzen ist, allerdings hätte ich so eine Konstellation bei Lexxie Couper nicht vermutet.

  • Haken, Nicola: Broken [Rezension]
    Theodore Davenport ist ein junger Selfpublisher für Romanzen, der eine Art Aushilfstätigkeit bei einem Verlag namens Holden House Publishing beginnt.
  • Haken, Nicola: Being Sawyer Knight (Souls of the Knight 1) [Amazon]
    Ein berühmter Rocksänger, der eine Vergangenheit mit seinem neuen Leibwächter hat, hat Mühe, seine Ängste vor einer homosexuellen Beziehung zu überwinden, weil seine Mutter Schwule hasst. Na ja, das Buch hat seine amüsanten Momente, vom Hocker vermochte es mich mit dem verhuschten Sänger nicht zu reißen.
  • Haken, Nicola: Taming Ryder (Souls of the Knight 2) [Amazon]
    Ryder ist eigenlich Friseur, aber auch ein Pornodarsteller und mit Sawyer aus Buch 1 befreundet. Der immer lustige Ryder wurde in seiner Jugend vergewaltigt und will deshalb nix mit Liebe zu tun haben. Deshalb geht er seinem Kollegen Mason nach einer heißen Nacht aus dem Weg. Na ja, der Grund für die Vergewaltigung ist so extrem an den Haaren herbeigezogen, dass der Roman für mich ärgerlich war.
  • Jakes, Keely: Dirty Irishman [Amazon]
    Die Reihe um die sexy Marine-Veteranen (alles Wandler), die sich von ihrem Lottogewinn eine Feriensiedlung bauen, geht in eine neue Runde. Hat Spaß gemacht zu lesen!
  • Lowell, Katy: Nuts about you [Amazon]
    Humorvolles kurzes Buch um einen Eichhörnchenwandler
  • Lowell, Katy: Rise of the Alpha Squirrel [Amazon]
    Die Fortsetzung zu Nuts about you hat etwas von einer Slapstickkomödie
  • Murray, Grein: Capturing Oliver [Amazon]
    Kellner Oliver arbeitet in einem italienischen Restaurant, in dem auch ein Mafiaboss essen geht. Als er etwas mitanhört, was er nicht hören soll, wird er von dessen sexy Sohn entführt, zu seiner eigenen Sicherheit, wie es heißt. Es handelt sich ein Buch, in dem es trotz einiger Mafia-Verwicklungen so gut wie keine echten Spannungsmomente gibt.

  • Parrish, Roan: Out of Nowhere [Rezension]
    Als die Frau des Automechanikers Saul (oder Sal - im Buch wird er fast immer nur Pop genannt, wer seinen Namen weiß, sage ihn mir bitte) stirbt, bricht für ihn eine Welt zusammen, er hat sie sehr geliebt ...

  • Riley, Sierra: Guardian [Amazon]
    Dieses Buch erzählt liebenswert, zärtlich und unaufgeregt von einem riesigen, ehemaligen Army-Soldaten, der sich um seine kleine Nichte kümmert und seinem Anwalt, der ihn vor Gericht vertritt, als der kriminelle und spielsüchtige Vater des Kindes die Vormundschaft dafür einklagen möchte. Dieses Buch ist absolut lesenswert!
  • Sterling, K.: Hide an Keep [Amazon]
    Detective Lane verliebt sich in einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, der total sexy ist und an Asperger leidet. Die Kommentare und Handlungen von Aiden irritieren Lane total, dennoch kann er Aiden nicht lange widerstehen. Ein Mann mit Asperger, der auf Beutefang geht, hat etwas sehr erfrischendes. Ich habe das Buch genossen.

  • Via, A. E.: Promises Part 2 [Rezension]
    In Promises Part 1 verliebt sich der moderen Kopfgeldjäger Roman Webb, genannt Quick, in den Arzt seines besten Freundes Duke.
  • West, Channon: Mate of the Tyger Prince [Amazon]
    Als die Schwester von Ryan vor einer diplomatischen Ehe mit dem Prinzen einer verfeindeten Ehe flüchtet, muss ihr Bruder Ryan ran. Die Tygerianer habe sowieso lieber Männer im Bett. Warum das so ist, wird selten blöd hergeleitet. In diesem Buch verwurstet die Autorin alles, was sie finden konnte, Male Pregnancy, SF, Homosexualität, Shapeshifter, Zwangsehe usw. Leider wird daraus kein schmackhafter Brotaufstrich. Ryan wird zunächst als sehr männlicher Mann beschrieben, in seiner Ehe ist er nur die "Damsel in Distress". Furchtbar!
  • Westphal, Ann: Gefangen - die Geliebte des Kommandanten (Hetero!) [Amazon]
    In einem russisch anmutenden Straflager verlieben sich eine Gefangene und der Kommandant. Die sehr kurze Kurzgeschichte fängt die trostlose Stimmung gut ein und weiß trotzdem als Romanze zu überzeugen.

      Buchserie: The Finn Factor von R. G. Alexander


      Die Buchserie "The Finn Factor" von R. G. Alexander besteht derzeit aus fünf Bänden, wobei Amazon den fünften noch nicht ins Bundle eingepflegt hat. Bei den Finns handelt es sich um eine irische Familie, deren Brüder, Cousins und Little Finn, die einzige Schwester, zusammenhalten wie Pech und Schwefel.

      In jedem Buch findet ein Finn seine große Liebe und es wird heiß, oh sind die Liebesszenen heiß und leidenschaftlich - schwitz, hechel ...

      Entweder haben die Finns oder deren potentielle Partner einen Hang zum BDSM, wobei in jedem Buch eine andere Spielart angesprochen wird. Der BDSM-Faktor ist aber nicht dominierend und eigentlich entwickeln sich alle zu Switchern, also zu Personen, die mal dominieren und mal auf der Sub-Seite stehen ... äh ... liegen, nee ... knien. Na ihr wisst schon ;-)

      Ich liebe diese Art der wechselseitigen Dynamik!

      Die Bücher der Serie habe ich über Ostern in einem Rutsch gelesen, wobei ich zugeben muss, dass ich Buch 2 (Scandalous) zunächst ausgelassen habe, weil dort eine Heterobeziehung geschildert wird und ich auf die Gay- bzw. Ménagepaare neugieriger war.

      Bei Chris von GayLesen könnt ihr zu einigen Bänden Rezensionen finden. Wer Gayromanzen mit dem leidenschaftlichen Sexdrive mag, wird die Finns lieben.

      Johnnie von Cardeno C.


      Gelesen: Johnnie von Cardeno C.
      Sprache/Übersetzung: Englisch/ja (deutschsprachige Version)
      Schwierigkeitsgrad: Angenehm zu lesen
      Erotische Taktrate: Moderat
      Schmelzfaktor: Berührend
      Eindruck in einem Satz: Schwacher logischer Hintergrund / starke, berührende Gefühle
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      Der Superduper-Löwenkönig Hugh ist so mächtig, dass er seine Superkräfte nicht mehr alleine in seinem Körper tragen kann. Also trägt ein zweiter Löwenwandler einen Teil seiner Kräfte, der sogenannte Siphon. Der Siphon hat keinen Namen und vegetiert im Schatten seines Königs. Nie spricht ihn jemand an. Die soziale Interaktion mit ihm ist minimal. Der Siphon ist so einsam, dass er versucht, Selbstmord zu begehen, was den König mit in den Abgrund reißen würde. Um sein eigenes Leben zu schützen, befasst sich Hugh nun doch mit seinem Schatten ...

      Auf die Grundidee muss man sich einlassen. Dass eine so wichtige Person wie der Siphon so schlecht behandelt wird, entzieht sich meiner Logik, weil er ungemein wertvoll für den König und das Rudel ist. Dafür gibt es in dem Roman zwar einige halb ausgegorene Erklärungen, die allerdings nicht zufriedenstellend sind. Möchte man den Roman genießen, nimmt man die Prämisse halt an, ohne Fragen zu stellen. Ich habe es nicht bereut, meine Fragen zu dieser Konstellation einfach zu ignorieren und für gegen hinzunehmen.

      Die Annäherung zwischen Hugh und seinem Siphon ist rührend. Zunächst kümmert sich Hugh nur aus Selbstschutz um ihn, merkt aber bald, was er und sein Rudel da angerichtet haben. Der Siphon wünscht sich einen Namen, Tränchen wegwisch, und Hugh gibt ihm den Namen Johnnie. Nach und nach kommen auch bei Hugh Wünsche und Bedürfnisse an die Oberfläche, die ihm zunächst unerklärlich sind. Eigentlich wird ihm und Johnnie nach und nach klar, dass die Löwengesellschaft die Sache mit dem Siphon nie richtig verstanden hat. Diese bekloppte Unwissenheit muss man als Leser eben auch wieder so hinnehmen. Es gibt halt nicht viele Superlöwen und nicht viele Siphons, von denen sie hätten lernen können, wie das geht. Na ja ...

      So schwach der logische Hintergrund dieser Konstellation auch sein mag, so stark sind die Gefühle zwischen Hugh und Johnnie, die sich entwickeln. Mich hat das Buch berührt. Es ist eine Art Abwandelung des Aschenputtel-Themas.
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      Lay it down von Mary Calmes


      Gelesen: Lay it down von Mary Calmes
      Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
      Schwierigkeitsgrad: Angenehm zu lesen
      Erotische Taktrate: Moderat
      Schmelzfaktor: Das Buch ist eher humorvoll
      Eindruck in einem Satz: Humoriges Buch mit erotischer Note
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      Hudsons Zwillingsbruder Dalvon ist der Geliebte eines Milliardärs und lebt auf Ibiza. Bei einem Besuch stiehlt Dalvon seinem Bruder den Pass und reist in die USA ab. Daher ist Hudson an die Insel gefesselt. Nach und nach regelt der willensstarke Hudson nicht nur die Geschäfte, die Dalvon von seinem Liebhaber Miguel anvertraut worden sind, sondern er gewinnt auch die Herzen von Miguels Mutter und den Angestellten. Als Miguel auf die Insel kommt, hat Hudson im Gegensatz zu seinem soften und geschäftlich unfähigen Bruder alles im Griff. Miguel staunt und möchte den talentierten jungen Mann für sich gewinnen. Der aber möchte in die USA zurück, um sein Studium fortzuführen ...

      In Lay it down vergehen etwa dreißig Prozent des Buchs, wenn nicht mehr, bis Miguel überhaupt auftritt, denn Hudson muss ja erst einmal alles regeln. Das wird so schwungvoll erzählt, dass mich ausnahmsweise das Fehlen der zweiten Hauptperson nicht störte. Insgesamt ist das Buch zu kurz, um einen wirklich tief zu berühren. Viele Aspekte werden nur angerissen und die Liebe zwischen Hudson und Miguel entwickelt sich blitzartig. Dann gibt es noch einen kleinen Krimiteil, der dem Team Hudson/Miguel auch noch ein bisschen Zeit stiehlt. Dennoch war das Buch unterhaltsam zu lesen.
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      The Captain`s Pet von Samantha Cayto


      Gelesen: The Captain`s Pet von Samantha Cayto
      Warnung: Non Con!
      Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
      Schwierigkeitsgrad: Angenehm zu lesen
      Erotische Taktrate: Moderat
      Schmelzfaktor: Ja, es gibt berührende Szenen
      Eindruck in einem Satz: Zwischen Widerstand und Hinwendung
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      Der menschliche Kolonist Wid findet sich mit einigen jungen Männern aus seiner Freundesgruppe als Sklave auf einem Travian-Kriegsschiff wieder, wo er als Sexsklave des Kapitäns beansprucht wird. Tagsüber halten sich die Sklaven in einem komfortablen Aufenthaltsraum auf, in dem sie baden und essen können.

      Die Travians sind die herrschende Spezies in diesem Quadranten des Weltalls. Sie mögen es gar nicht gerne, dass die Menschen auf einem ihrer Planeten siedeln. Kapitän Kell hat keine Wahl, als ihm seine Regierung Sexsklaven für sich und seine Offiziere zur Verfügung stellt. Würde er sie ablehnen, wäre die Führung beleidigt und er würde in Schande degradiert werden. Der von seiner langen Dienstzeit sexuell ausgehungerte Kell fackelt nicht lange und führt seinen blonden Sklaven seiner Bestimmung zu, und zwar die ganze Nacht, wobei er übermäßige Gewalt vermeidet.

      Der Sex zwischen Wid und Kell wandelt sich schnell von nicht konsensual zu mehr oder weniger freiwillig. Zunächst hat Wid nur den taktischen Vorteil im Sinn, merkt aber mit jedem Tag mehr, dass auch Kell ein Opfer der Umstände ist. Eine emotionale Nähe zwischen den Männern entsteht und der Sex wird zunehmend lustvoller für beide Seiten.

      Mit "The Captain`s Pet" wird kein wissenschaftlich fundiertes belletristisches Werk über die Folgen einer Gefangenschaft und das Stockholm-Syndrom vorgelegt. Dennoch spiegelt es viele Facetten einer solchen Situation wider, ohne gleich ein nerviger Psychothriller zu sein. Obwohl Kell natürlich zur herrschenden Gruppe gehört, wirkt sich die Situation auch auf seine Seele aus. Kell sehnt sich wahnsinnig nach seiner schönen Ehefrau. Er hat Angst, dass sie ihn während seiner langen Dienstzeit auf dem Kriegsschiff verlässt, weil sie es müde wird, allein zu schlafen. Auf Travian herrschen die Frauen und sie kann mit einer einzigen Geste die Scheidung durchführen. Männer wünschen sich, dass das Erstgeborene eine Tochter wird. In seinem Kummer lässt er sich von Wid trösten, der mit seinen Kameraden daran festhält, einen Fluchtplan zu entwickeln, aber in den Armen seines Kapitäns auch Wärme und Zuneigung findet.

      Als der sadistische erste Offizier des Schiffes mit ein paar Gefolgsleuten meutert und den Kapitän und seine Vertrauten gefangen nimmt, müssen die Sexsklaven sich überlegen, ob sie ihren wertvollen Fluchtweg preisgeben, um ihre Herren zu befreien.

      Auch wenn es in dem Buch zu Anfang nicht konsensualen Sex gibt, gibt es nur eine Szene mit eskalierender Gewalt, und das ist ein Zweikampf. Verschiedene Charaktere in dem Buch gehen ganz unterschiedlich mit der Sklaverei um. Während sich Wid immer mehr seinem faszinierendem Kapitän zuwendet, fragt sich ein Mitgefangener, ob seine Freundin ihn noch respektieren kann, sollte er jemals in die Kolonie zurückkehren. Er steht in einer Szene fast vor dem Selbstmord.

      The Captain`s Pet bietet keine konsequente Antwort auf die Folgen von sexueller Ausbeutung. Manche Gefangenen treffen es besser mit ihren Herren, andere weniger gut. Kell kann die Sklaven auch nicht aus Dankbarkeit freilassen, weil er sich damit gegenüber der Regierung selbst ins Aus katapultieren würde. Das Ende ist versöhnlich, aber bleibt offen. Die Lebensumstände von Wid als Haustier des Kapitäns sind sogar wesentlich besser als in der bettelarmen Kolonie.

      Ich persönlich finde, dass auch Bücher, die das Thema non con anreißen, in Romance vorkommen dürfen. Dieses hier packt es mit dem nötigen Feingefühl und jenseits von Voyeurismus an.
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      Promises Part 2 von A. E. Via


      Gelesen: Promises Part 2 von A. E. Via
      Sprache/Übersetzung: Englisch/nein
      Schwierigkeitsgrad: leicht
      Erotische Taktrate: Weniger als erwartet
      Schmelzfaktor: Nur gelegentlich
      Eindruck in einem Satz: Zerstörte Helden
      http://amzn.to/1TYVO1l

      In Promises Part 1 verliebt sich der moderen Kopfgeldjäger Roman Webb, genannt Quick, in den Arzt seines besten Freundes Duke. Erschreckt davon verleugnet er seine Gefühle und stößt Cayson mit ruppigem Verhalten vor den Kopf. Nun, nachdem er sich mit seinen Emotionen auseinandergesetzt hat, beginnt er, den verschreckten Cayson zu umwerben. Cayson ist von dem rauen Mann fasziniert und taut langsam auf. Als beide gerade so richtig schön in romantische Stimmung kommen, fängt ein Bekannter von Cayson an, ihn zu stalken.

      Promises Part 2 erzählt von einsamen Männern zwischen vierzig und fünfzig. In Promises Part 1 hat die Autorin Romans Alter mit 49 angegeben. Im Folgebuch schummelt sie ein bisschen und erwähnt einmal im Buch, dass er wie Duke Anfang vierzig wäre. Da Roman aber einen Sohn hat, der 31 Jahre alt ist, macht Anfang vierzig gar keinen Sinn.

      Cayson ist ein sensibler Arzt, dessen Sexualpartner ihn niemals gut behandelt haben. Der Stalker Joe hat ihn nur für Sex benutzt und der war nicht einmal gut. Eine Beziehung hatten die beiden im Prinzip nicht. Weshalb der Mann plötzlich so verrückt spielt, bleibt rätselhaft. Jedenfalls will er Cayson unbedingt zurück und die Situation eskaliert nach und nach. Alle Beteiligten bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm. Roman agiert wie der Machomann, der er ist, was bis zu einem gewissen Grad tatsächlich hilft. Cayson glaubt nicht, dass Joe gewalttätig werden kann, schließlich ist er Arzt. Na ja ... So ein Stalkerthema ist in der Regel bedrückend und kaum für einen spannenden Lesespaß geeignet.

      Ab hier gibt es Spoiler!

      Letzte Gelegenheit, sich wegzuducken ...

      Wenn in einem Roman die Guten plötzlich anfangen, sich gegenseitig zu zerfleischen, während der Feind draußen lauert, dann fängt er an, in eine Schieflage zu geraten. Schon in "Don`t Judge" kam es zu einem gewalttätigen Akt unter Freunden, am Ende renkte sich aber alles wieder ein. Hier machte sich die Autorin nicht die Mühe, eine Art Versöhnungsakt zwischen den beiden Kontrahenten herzustellen, der eine Leserin wie mich befriedigt hätte. Der Konflikt zwischen Roman und seinem Angestellten Ford steht nach wie vor im Raum. Beide haben sich von ihrer Rage leiten lassen (für die sie gute Gründe hatten). Leider haben sie diese Rage aneinander ausgelassen und nicht gegenüber demjenigen, der sie verdient hätte.

      Eventuell wird dieses Problem im nächsten Roman aufgegriffen und wäre somit eine Art Cliffhanger.

      A. E Via erschafft in ihren Romanen Alphamänner. Von Buch zu Buch scheint es ihr aber mehr Spaß zu machen, diese Alphamänner systematisch zu zerstören und an den Rand des Ruins zu treiben. Im letzten Buch wurde Duke an den Rand des Todes geprügelt, in diesem Buch wendet sich der Zorn von Roman plötzlich gegen den Falschen. Ein bisschen habe ich den Eindruck, dass die Autorin das "Alphamann-Genre" ein kräftig gegen den Strich bürstet. So Alpha ihre Männer auch sind, immer öfter stehen sie auf verlorenem Posten. Das ist für das Genre ungewöhnlich. Natürlich müssen Alphamänner in Romanen mächtige Gegner bekommen. Aber am Ende müssen sie Helden sein. Das hat mir die Autorin in Promises Part 2 vorenthalten, obwohl es schon ein Happy End für Roman und Cayson gibt.
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