Freitag, 1. April 2016

Johnnie von Cardeno C.


Gelesen: Johnnie von Cardeno C.
Sprache/Übersetzung: Englisch/ja (deutschsprachige Version)
Schwierigkeitsgrad: Angenehm zu lesen
Erotische Taktrate: Moderat
Schmelzfaktor: Berührend
Eindruck in einem Satz: Schwacher logischer Hintergrund / starke, berührende Gefühle
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Der Superduper-Löwenkönig Hugh ist so mächtig, dass er seine Superkräfte nicht mehr alleine in seinem Körper tragen kann. Also trägt ein zweiter Löwenwandler einen Teil seiner Kräfte, der sogenannte Siphon. Der Siphon hat keinen Namen und vegetiert im Schatten seines Königs. Nie spricht ihn jemand an. Die soziale Interaktion mit ihm ist minimal. Der Siphon ist so einsam, dass er versucht, Selbstmord zu begehen, was den König mit in den Abgrund reißen würde. Um sein eigenes Leben zu schützen, befasst sich Hugh nun doch mit seinem Schatten ...

Auf die Grundidee muss man sich einlassen. Dass eine so wichtige Person wie der Siphon so schlecht behandelt wird, entzieht sich meiner Logik, weil er ungemein wertvoll für den König und das Rudel ist. Dafür gibt es in dem Roman zwar einige halb ausgegorene Erklärungen, die allerdings nicht zufriedenstellend sind. Möchte man den Roman genießen, nimmt man die Prämisse halt an, ohne Fragen zu stellen. Ich habe es nicht bereut, meine Fragen zu dieser Konstellation einfach zu ignorieren und für gegen hinzunehmen.

Die Annäherung zwischen Hugh und seinem Siphon ist rührend. Zunächst kümmert sich Hugh nur aus Selbstschutz um ihn, merkt aber bald, was er und sein Rudel da angerichtet haben. Der Siphon wünscht sich einen Namen, Tränchen wegwisch, und Hugh gibt ihm den Namen Johnnie. Nach und nach kommen auch bei Hugh Wünsche und Bedürfnisse an die Oberfläche, die ihm zunächst unerklärlich sind. Eigentlich wird ihm und Johnnie nach und nach klar, dass die Löwengesellschaft die Sache mit dem Siphon nie richtig verstanden hat. Diese bekloppte Unwissenheit muss man als Leser eben auch wieder so hinnehmen. Es gibt halt nicht viele Superlöwen und nicht viele Siphons, von denen sie hätten lernen können, wie das geht. Na ja ...

So schwach der logische Hintergrund dieser Konstellation auch sein mag, so stark sind die Gefühle zwischen Hugh und Johnnie, die sich entwickeln. Mich hat das Buch berührt. Es ist eine Art Abwandelung des Aschenputtel-Themas.
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